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Was beeinflusst die Zuverlässigkeit einer Gleitringdichtung
Startphase: Die Pumpe wird befüllt. Das flüssige Ethan dringt unter Saugdruckbedingungen zwischen die Gleitflächen der Dichtung und verdampft infolge der Druckabsenkung am Innendurchmesser des Gleit- und Gegenrings. Fallweise dauert es nach dem Anlaufen der Pumpe zu lange, bis im Dichtungsraum der normale Betriebsdruck aufgebaut wird, der den Dampfdruck des Mediums übersteigt. Zudem kann die zwischen den Gleitflächen generierte Wärme, auch wenn sie noch so gering ist, den Mediendampfdruck um den Wert erhöhen, der genügt, um die Flüssigkeit im Dichtspalt verdampfen zu lassen. Die Zerstörung der Gleitflächen ist die Folge, die Schadensbilder sprechen eine eindeutige Sprache.
Slow-roll: Hier stellt sich das gleiche Problem wie beim Start, jedoch in verschärfter Form. Ohne ausreichende Drehgeschwindigkeit kann der Enddruck nicht aufgebaut werden. Der Druck im Dichtungsraum steigt nicht schnell genug an, um den erforderlichen Abstand zur Dampfdruckkurve des Ethans zu gewährleisten. Die Wärmeerzeugung zwischen den Gleitflächen nimmt zu, und es kommt mit großer Wahrscheinlichkeit zu Mangelschmierung und damit zu Dichtungsschäden.
Standby: Die Bedingungen sind ähnlich. Außerdem befinden sich die Dichtungen oft über viele Monate ohne Spülung im Stillstand. Es hat sich gezeigt, dass sich während Standby-Zeiten Ablagerungen an den Gleitflächen und im Umfeld der Dichtung ansammeln, wiederum mit negativen Auswirkungen auf den Dichtungsraum.
Ineffizienter Betrieb: Das Fahren der Pumpe außerhalb des optimalen Bereichs sowie falsche Betriebspunkt-Parameter resultieren in erhöhtem Bedarf von Antriebsenergie und in Verlust an Förderleistung. Beide Effekte haben negativen Einfluss auf den Abstand von der Dampfdruckkurve im Dichtungsbereich – Trockenlauf der Gleitflächen kann auftreten.
Weitere Vorgänge, die in der Beurteilung einer ausreichenden Dichtungsversorgung eine Rolle spielen, sind Temperaturschwankungen im Medium, häufige Start-/Stopp-Zyklen und nicht zuletzt: Bedienungsfehler.
In unserem Fall, der Ethanpumpe des texanischen Unternehmens, führten diese Umstände zu einem MTBF (Mean Time Between Failure) von gerade einmal etwas mehr als drei Wochen.
Ohne Zweifel musste etwas unternommen werden, um den Dichtungsausfall mit einhergehendem Produktverlust und stark beeinträchtigter Anlagenverfügbarkeit entgegen zu steuern. In Zusammenarbeit mit dem Kunden wurden die Ursachen analysiert, und ein Expertenteam von Ingenieuren aus Anwendungstechnik und Konstruktion bei Eagle Burgmann machte sich daran, eine sichere und dauerhafte Dichtungslösung zu erarbeiten.
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