Interview Dr. Thomas May „Eine Liaison für die Produktivität...“

Redakteur: Andreas Kunze

Pünktlich zum Start der Hannover Messe 2007 spricht Dr. Thomas May, Geschäftsführer von ifm prover, über die Zukunft von Condition Monitoring und Remote Services.

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? Herr Dr. May, zunehmende Hightech in den Produktionsanlagen macht es schwer, Störungen zu erkennen und zu beseitigen. Wohin führt das?

Dr. May: Die Prozessführung, aber auch die Überwachung der Anlagen, also das Condition Monitoring, setzt immer mehr Sensoren voraus. Das ist ein klarer Indikator für eine zunehmende Komplexität, die es natürlich dem Servicepersonal immer schwerer macht, die Anlagen in Schuss zu halten. Die Entwicklungen ist aber inzwischen so weit, dass bei einem drohenden Ausfall eines Lagers an einer wichtigen Prozesskomponente – zum Beispiel an einer Pumpe oder einem Lüfter – über ein OPC-System automatisch, in einem Instandhaltungsplanungssystem eine Reparatur angestoßen wird. Zugleich wird die Maschine für eine geplante Instandsetzung freigehalten.

? Liegt es dann nicht nahe, auch dem Hersteller der Maschine Einblick in die Steuerung der Maschine oder in das Condition Monitoring System zu gewähren?

Dr. May: Das halte ich für eine logische Konsequenz – und zwar noch bevor das Ersatzteil bestellt wird. Denn oft wird nur der Hersteller in der Lage sein, ein automatisch aufgespürtes Schadensbild richtig zu interpretieren. Dieses vom Sensorhersteller zu erwarten, würde zu weit führen. Während die Maschinenhersteller dagegen mit hoher Treffsicherheit erkennen, ob der Totalausfall erst in drei Monaten oder schon in drei Tagen eintritt.

? Wie könnte das in der Praxis aussehen?

Dr. May: Ich stelle mir vor, dass sich Maschinenlieferanten über einen einmaligen Zugangscode in die Maschine einloggen und über die Schiene der Remote Services auf die Anlage schaltet. Schlussendlich meldet der Hersteller dem Betreiber zurück, was zu tun ist, wann die Instandsetzung erfolgen muss und welche Ersatzteile sowie Fremdleistungen erforderlich sind. All das muss mit einer hohen Systemkonformität erfolgen, um die Transaktionskosten einer Instandsetzung niedrig zu halten. Der Betreiber kann dann immer noch eingreifen und entscheiden, ob und wann er die Reparatur ausführt.

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