PFAS-Risiken in der Prozessindustrie
Damoklesschwert PFAS : Was tun, wenn die Versicherung ablehnt?

Von Jörg Bechert, Haftpflichtexperte bei Willis, einem Geschäftsbereich von WTW 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Politisch, regulatorisch und versicherungstechnisch – Die Diskussion um PFAS reißt nicht ab: Während die EU ein weitreichendes Verbot prüft, schließen auch erste deutsche Versicherer PFAS-bezogene Schäden gezielt aus. Für Unternehmen der Prozessindustrie ist das ein Weckruf: Jetzt gilt es, Risiken zu analysieren, Prozesse abzusichern und Versicherungslücken zu schließen.

So sehen sie aus: Per- und Polyfluoralkylsubstanzen, kurz PFAS, mit stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen. Einst ob ihrer Beständigkeit begehrt, heute genau deswegen umstritten.(Bild:  © Сергей Шиманович - stock.adobe.com)
So sehen sie aus: Per- und Polyfluoralkylsubstanzen, kurz PFAS, mit stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen. Einst ob ihrer Beständigkeit begehrt, heute genau deswegen umstritten.
(Bild: © Сергей Шиманович - stock.adobe.com)

Risiko- und Versicherungsmanager in der Prozessindustrie sind beunruhigt: Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) verursachen seit Jahren kontroverse Diskussionen in der EU. Die „ewigen Chemikalien“ stehen aufgrund ihrer Umweltpersistenz, möglicher Gesundheitsgefahren und regulatorischer Entwicklungen schon lange im Fokus, sowohl bei Aufsichtsbehörden als auch bei Umweltverbänden – neuerdings aber auch bei Versicherern. Mit einem drohenden EU-weiten Verbot und der neuen Musterausschlussklausel des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wächst der Handlungsdruck auf die Unternehmen.

Die so genannten Ewigkeitschemikalien sind in der Prozessindustrie weit verbreitet: Dichtungen, Ventile oder verschiedenste Bau- und Maschinenteile bestehen häufig aus PFAS-haltigen Materialien, denn sie müssen druck- und hitzebeständig, wasser-, fett- oder schmutzabweisend sein. Ein zentrales Risiko im Herstellungsprozess ist stets die Kontamination von Wasser oder Böden mit Ewigkeitschemikalien, etwa durch Leckagen, Verdampfung oder leicht flüchtige Stoffe in Wasser oder Luft oder aus Löschschäumen anlässlich von Brandschäden.