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Jahreszeitabhängige Druckluftaufbereitung
Bereits heute profitiert das Werk von den Einsparungen durch eine intelligente, jahreszeitabhängige Strategie zur Druckluftaufbereitung. So durchläuft die Druckluft in den Sommermonaten einen Aktivkohle- und einen Feinstaubfilter sowie einen Kältetrockner, bevor sie mit der gewünschten Qualität und dem erforderlichen Taupunkt ins Netz gelangt. In der kalten Jahreszeit wird der Kältetrockner durch einen energieintensiveren Adsorptionstrockner mit nachgeschaltetem Partikelfilter ersetzt. Dieser kann einen geringeren Taupunkt als der Kältetrockner sicherstellen und verhindert, dass sich bei Minusgraden Kondenswasser in den Druckluftleitungen bildet.
„Das jahreszeitabhängige Aufbereitungskonzept lohnt sich hier aufgrund der Größenordnung des Luftbedarfs absolut“, erklärt Jörn-Olaf Schröder. „Mit dem Kältetrockner kann das Werk in der warmen Jahreszeit energetisch noch einmal richtig sparen. Der Adsorptionstrockner bringt es mit sich, dass ich Vor- und Nachfilter brauche. Dadurch wird automatisch technisch ölfreie Druckluft erzeugt. Bezüglich der Klassifizierung gibt es hier im Werk aber keine Vorgaben.“
Wärmerückgewinnung soll Effizienz noch weiter verbessern
Eine weitere Schraube im Effizienzkonzept des Unternehmens soll künftig die Nutzung der Verdichtungswärme der Kompressoren sein, die bereits projektiert, aber noch nicht umgesetzt ist. „Alle unsere Kompressoren verfügen über eine integrierte Wärmerückgewinnung“, erklärt Dominik Azadi. „Mit der Abwärme werden wir von diesem Herbst an die Heizung im Labor- und Leitstandgebäude unterstützen und rund 50.000 Liter Heizöl pro Jahr sparen. Wir haben das nicht sofort gemacht, weil hier gleichzeitig sehr viele Umbauten liefen und wir für die Verlegung der notwendigen Leitungen nicht noch ein Gewerk auf die Baustelle holen wollten.“
Neben den betriebswirtschaftlichen Verbesserungen durch die neue Druckluftanlage, die allesamt im Energiemanagementsystem dokumentiert wurden, liegt Dominik Azadi vor allem die Versorgungssicherheit am Herzen. „Wir sind jetzt für den Betrieb redundant ausgelegt, so dass wir einen Kompressor warten können, ohne Produktionsausfälle hinnehmen zu müssen“, resümiert der Instandhaltungsleiter. „Und auch wenn wir mal eine Störung hätten, würde die durch die anderen Kompressoren aufgefangen werden. So können wir zu jedem Zeitpunkt eine sichere Versorgung gewährleisten.“
Tipp der Redaktion: Das von PROCESS organisierte Energy Excellence Forum am 10. Mai 2017 im Industriepark Höchst, Frankfurt/Main, zeigt eine Vielzahl von technischen Konzepten und Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz auf.
* Die Autorin arbeitet als Journalistin in Hamburg.
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