GMA-Kongress 2007 Automatisierungsbranche trifft sich in Baden Baden

Redakteur: Frank Jablonski

Mehr als 300 Interessierte nahmen am jährlich stattfindenden Kongress der Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) teil.

Anbieter zum Thema

Baden Baden – Vertreter aus Industrie, Forscher und Studenten diskutieren unter dem Veranstaltungsmotto „Automation im gesamten Lebenszyklus“ im Kongresshaus in Baden Baden. Die Einstimmung in den Kongress übernahm Dr.-Ing. Gunther Kegel, Vorsitzender der Geschäftsführung Pepperl+Fuchs, Mannheim, der in seinem Vortrag Begrifflichkeiten wie Plant Asset Management und Lifecycle Management erläuterte. Kegel – seit Februar im Vorstand der Fieldbus Foundation – unterschied dabei deutlich zwischen Prozessindustrie (Sicht auf das Anlagen Asset Management) und Fertigungsindustrie (Sicht auf das Produkt).

Ein sehr wichtiger Teil des Anlagen Asset Management ist die Entwicklung neuer Instandhaltungskonzepte zur zustandsbasierten Wartung während des Betriebs. Die „Plant Assets“ während des gesamten Lebenszyklusses der Anlage, also Planung, Errichtung, Betrieb und Rückbau, im Sinne von Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Verfügbarkeit optimal auszuwählen, zu beschaffen, zu nutzen und ggf. zu entsorgen, ist wiederum Aufgabe des „Plant Lifecycle Managements“. Dabei wird laut Kegel ein effizientes „Plant Lifecycle Management“ nur erreichbar sein, wenn konsequent an offenen Schnittstellen zwischen den Bausteinen und Datenbanken des „Plant Lifecycle Management“ gearbeitet wird.

Welchen praktischen Nutzen Neuentwicklung von komplexen Steuerungsvorgängen haben kann, erläuterte im anschließenden Vortragsprogramm beispielsweise Sven Lohmann von der Uni Dortmund. Hier beschrieb er wie in einer dreisträngigen Versuchsanlage zwei Produkte möglichst schnell gleichzeitig produziert werden können. Genutzt wurde hierzu die Sequential Function Chart-Methode unter Nutzung der zwei Beschreibungsmittel Dependency Chart und Funktionstabelle. Ein Ansatz, den das Auditorium als ungewöhnlich, aber interessant bezeichnete.

EDDL/FDT-Integration

Ein viel beachtetes Thema war die Zukunft der Gerätebeschreibungen FDT und EDDL. Bereits auf der Hannover Messe wurden grundlegende Änderungen in dem Wettstreit um die richtige Vorgehensweise angekündigt. (www.process.de berichtete siehe auch Meldung) Zum aktuellen technischen Stand der Integration intelligenter Systemkomponenten in der Prozessleittechnik sprach Prof. Karl-Heinz Niemann von der FH Hannover. Sein Beitrag positionierte die Standards zur Integration intelligenter Systemkomponenten in die Prozessleittechnik, EDDL, FDT und Tool Calling Interface (TCI) - ein weiterer Standard verabschiedet von der Profibus Nutzerorganisation. Die Absichtserklärung der Harmonisierung wird begleitet durch einen konkreten Vorschlag eine Vereinheitlichung auf Basis OPC-UA herbei zu führen und wurde im Bender-Modell (Beitrag von Daniel Großmann), itm, München vorgestellt.

Auszeichnungen

Der Veranstaltungsabend wurde für Auszeichnungen verdienter Mitglieder und Nachwuchskräfte genutzt: Die höchste Ehrung, die die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik vergeben kann, erhielt am ersten Kongressabend Prof. Georg Bretthauer. Er leitet das Institut für Angewandte Informatik am Forschungszentrum Karlsruhe und ist seit langem ehrenamtlich im VDI tätig. Seit 1997 ist Bretthauer ununterbrochen Mitglied des GMA-Beirats und war in der Zeit von 2000 bis 2003 Vorsitzender der Fachgesellschaft. In dieser Zeit hat er sich besonders für die GMA verdient gemacht.

Für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement erhielten zudem Prof. Dirk Abel und Prof. Werner Daum die VDI-Ehrenplakette. Dirk Abel ist Professor an der RWTH Aachen und leitet dort das Institut für Regelungstechnik. Er wurde 2001 in den GMA-Beirat gewählt und ist seit 2004 Mitglied des Vorstands. Seit Beginn dieses Jahres ist Dirk Abel stellvertretender Vorsitzender der Fachgesellschaft. Bereits vorher hat er sehr aktiv in GMA-Fachausschüssen mitgewirkt und hat selbst zwei Fachausschüsse erfolgreich gegründet. Somit hat er sich sehr intensiv für die ehrenamtliche Gemeinschaftsarbeit eingesetzt.

Werner Daum ist seit vielen Jahren Mitglied im GMA-Beirat und vertritt dort die Bundesanstalt für Materialforschung und Prüfung (BAM). Er hat viele Veranstaltungen der Sensorik und Messtechnik mitgestaltet und in vielen Programmkomitees erfolgreich mitgewirkt. Seit 1999 leitet er das Fachgebiet „Experimentelle Strukturanalyse“ (GESA). Er hat hier eine Strukturierung der Arbeitskreise eingeführt und die Aktivitäten der Experimentellen Strukturanalyse erfolgreich weiterentwickelt.

Preisträger des Eugen-Hartmann-Preises ist in diesem Jahr der Messtechniker Mauricio de Campos Porath, tätig bei der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik, im Bereich Neue Technologien. Er wurde ausgezeichnet für seine Untersuchungen zum Genauigkeitsnachweis an einem Koordinatenmessgerät für mikromechanische Bauteile.

(ID:214510)