Wer Wasserstoff-Ströme mit Hochdruck regeln will, kommt häufig an Nadelventilen nicht vorbei. Diese druckluftbetriebenen Hochdruck-Armaturen sind jedoch gerade beim Einsatz mit Wasserstoff sehr groß und schwer. Jetzt soll ein auf der Hannover Messe vorgestelltes Hodchdruck-Kartuschenventil Abhilfe schaffen.
Für die kontrollierte Abführung der Hochdruckleckage besitzen die Ventile der Valvolution-X-Serie separate Leckage-Anschlüsse.
(Bild: Maximator)
Effizienzsteigerung, Automatisierung, kompakte Bauweise und höhere Leistungsfähigkeit – die Anforderungen an moderne Hochdruckventile steigen stetig: Je größer die Nennweite und je höher der Betriebsdruck, desto mehr Kraft und entsprechend größere Luftantriebe werden für die Betätigung von Hochdruck-Nadel-Ventilen benötigt. Dies vergrößert den Bauraum erheblich und stellt eine Herausforderung für die Umsetzung kompakter Systemlösungen dar.
Aus diesem Grund hat Maximator zur Hannover Messe vorgestellt, wie aus ihrer Sicht eine Alternative aussieht: Das Valvolution X getaufte Hochdruckventil ist ultrakompakt konzipiert und für Durchflüsse von 9/16“- bis 1“-Anschlüsse entwickelt. Durch ein neues Wirkprinzip kann der Luftantrieb auf einem Durchmesser von 3 Zoll reduziert werden. Dadurch kann die Größe des Druckluftantriebs zum Absperren und Entlasten von Hochdruckanwendungen mit Wasserstoff und inerten Gasen bis 1050 bar in einer noch nie zuvor erreichten Kompaktheit realisiert werden, erklären die Entwickler.
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„Das Funktionsprinzip aller am Markt verfügbaren Hochdruckventile hat sich seit rund 50 Jahren kaum verändert“, erklärt Julian Krause, Produktmanager bei Maximator. „Mit Valvolution X ist es uns gelungen, die Baugröße massiv zu reduzieren – bei gleichbleibender Leistung und Zuverlässigkeit. Damit antworten wir auf langjährige Bedürfnisse unserer Kunden nach einer kompakten und leistungsstarken Lösung für anspruchsvolle Hochdruckanwendungen.“
Signifikante Gewichtsreduzierung für mehr Effizienz
Krause erklärt, dass der Bauraum der Valvolution-X-Ventile im Vergleich zum marktüblichen Standard eines 1“-Nadelventils mit Druckluftantrieb um mehr als 50 Prozent reduziert werden konnte – Durch die kompakte Bauweise kann nicht nur bei der Gesamtanlage Platz gespart werden, auch die Implementierung des Ventils ist einfacher. Anwender können so erhebliche Kosten einsparen. Der Einsatz einer von Maximator entwickelten Cartridge-Technologie ermöglicht ein kompaktes Ventildesign und verringert die Anzahl der Ventilbauteile. Dadurch wird das Gesamtgewicht des Ventils um bis zu 75 Prozent reduziert.
Auch beim Luftverbrauch hat der Hochdruckspezialist Verbesserungen durchgeführt: Mit ValvolutionX sinkt die benötigte Druckluftmenge zur Ventilbetätigung um bis zu 90 Prozent und ermöglicht so, die Druckluftversorgung für die gesamte Anlage zu reduzieren. Das führt zu signifikanten Kosten- und Aufwandseinsparungen für Anwender. Die Ventile der ValvolutionX-Serie sind für den bidirektionalen Einsatz konzipiert und nicht auf eine Flussrichtung beschränkt. Dadurch können die Ventile beidseitig mit Druck beaufschlagt und damit beispielsweise auch für Prüfanwendungen eingesetzt werden.
Hohe Standzeiten und kurze Wartung
Mit Valvolution X profitieren Anwender nicht nur von einer präzisen Steuerung des Durchflusses, vereinfachten Einbauprozessen und erweiterten Einsatzmöglichkeiten, sondern erhalten eine Lösung, die sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren lässt. Das neue Ventil liefert hohe Standzeiten selbst unter extremen Bedingungen, erklären die Entwickler. Dadurch ergeben sich für Anwender geringere Stillstandszeiten und Wartungskosten, eine höhere Effizienz und Produktivität durch die längere unterbrechungsfreie Nutzung sowie niedrigere Betriebskosten dank der höheren Lebensdauer des Ventils.
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Und nicht nur das: Mit ihrem innovativen Design bietet Valvolution X erstmals die Möglichkeit, das Ventil im eingebauten Zustand, also in-situ, mit nur wenigen Handgriffen und innerhalb weniger Minuten zu warten. Die Wartungszeit wird damit um mehr als 60 Prozent reduziert und vereinfacht das Handling der Anlage erheblich. Zudem können alle Ventile der ValvolutionX-Serie künftig unabhängig von der Anschlussgröße mit lediglich zwei Wartungskits (Dynamic and Static Seal Kits) unkompliziert gewartet werden. Die reduzierte Komplexität erhöht gleichzeitig die Verfügbarkeit der erforderlichen Wartungskits.
Kompakte Hochdrucklösung für Wasserstoffanwendungen
Gerade in der Wasserstoffwirtschaft spielt die Hochdrucktechnik eine zentrale Rolle bei Speicherung, Verdichtung und Betankung. Um Wasserstoff in großen Mengen effizient und schnell bereitzustellen, sind große Nennweiten entscheidend – sie ermöglichen einen hohen Volumenstrom bei geringer Strömungsgeschwindigkeit und minimieren Druckverluste.
Stand: 08.12.2025
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„Gerade bei großen Fahrzeugen wie Bussen und LKWs sind die Tankkapazitäten enorm. Ohne innovative Technologien ist es kaum möglich, die benötigten Mengen Wasserstoff in kurzer Zeit zu betanken“, erklärt Matthias Blome, Sales & Marketing Director bei Maximator. „Mit Valvolution X gelingt es uns, trotz geringerem Druckluftantrieb auch bei großen Nennweiten größere Mengen an Wasserstoff in kürzerer Zeit konstant zur Verfügung zu stellen.“
Auch im Bereich Service und Sicherheit bringt die neue Ventilserie entscheidende Neuerungen, die den Weg für neue Branchenstandards ebnen. Für H2-Tankstellen ist eine hohe Anlagenverfügbarkeit entscheidend. Die geltende Norm schreibt vor, dass Dichtungselemente von Tankstellenventilen erst nach 16.000 Zyklen gewechselt werden dürfen. Mit Valvolution X ist Maximator in der Lage, diese Anforderung zu übertreffen und die Grenze auf minimal 20.000 Zyklen anzuheben, bevor ein Wechsel notwendig wird. Damit tragen die neuen Ventile zu einer höheren Anlagenverfügbarkeit bei.
Um die Entstehung sicherheitskritischer Atmosphären bei H2-Anwendungen technisch sicher zu vermeiden, ist es wichtig, potenzielle Leckagen sicher aus dem Umfeld der Anlage zu leiten. Auch hierfür ist die ValvolutionX-Serie mit separaten Anschlüssen für die Leckageverschlauchung umfassend gerüstet. Zusätzliche Leckagebohrungen mit entsprechendem Gewindeanschluss sorgen für die kontrollierte Abführung der Hochdruckleckage. Diese sind bei H2-Hochdruckventilen bisher einzigartig, wie Blome erklärt.