Studie zu Fertiglebensmitteln Zwischenbilanz: Weniger Zucker und Salz in Fertigprodukten

Redakteur: MA Alexander Stark

Verbraucherschützer und Mediziner fordern schon seit längerem stärkeres Gegensteuern bei Zucker und Salz in Fertigprodukten. Vergangene Woche hat Bundesgesundheitsministerin Julia Klöckner nun eine Studie zur Umstellung der Herstellerrezepturen vorgestellt. Bestimmte Produkte will Klöckner in Zukunft stärker ins Visier nehmen.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Würzburg; Berlin (dpa) – Für eine gesündere Ernährung sind laut einer Studie in weiteren Fertigprodukten wie Toastbrot, Müsliriegel und Wurst Zucker oder Salz reduziert worden. Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte am 21. April 2021 bei der Vorstellung der Untersuchung in Berlin, die Strategie der Bundesregierung bewirke, dass sich Hersteller zu einer schrittweisen Änderung von Rezepturen verpflichten. Manche Zahlen - etwa für weniger Salz in Wurstwaren - seien aber noch nicht zufriedenstellend. Es werde weiter eine engmaschige Kontrolle geben. Dort, wo es hakt, werde nachgebessert und wenn nötig, reguliert, so die Bundesministerin.

Um Zusagen der Lebensmittelbranche zu überprüfen, hat das bundeseigene Max-Rubner-Institut (MRI) knapp 5000 weitere Produkte untersucht. Im Vergleich zu einer Ausgangs-Erhebung 2016 waren demnach nun durchschnittlich vier Prozent weniger Salz in verpacktem Brot und Kleingebäck - bei Toastbrot lag das Minus bei 8,3 %. In Müsli-Riegeln mit Schokolade stecken nun 10,9 % weniger Zucker. Bei Snack-Salami sank der Salzgehalt im Schnitt um 10,6 % und bei vorgegarten Frikadellen um 15 %. Dabei seien insgesamt nur begrenzte Vergleiche möglich, da die frühere Stichprobe teils viel kleiner gewesen sei. Für Produkte mit Kinderoptik seien daher zum Beispiel kaum Aussagen zur Entwicklung möglich.

Stärker ins Visier nehmen will Klöckner Quetschprodukte für kleine Kinder - etwa Fruchtpürees, die direkt aus kleinen Plastikbeuteln verzehrt werden. Gut zehn Prozent dieser „Quetschies“ enthalten laut einer erstmaligen MRI-Untersuchung zugesetzten Zucker. Dieser habe darin aber nichts zu suchen, sagte Klöckner. Sie wolle sich daher auf EU-Ebene für ein Verbot von Zuckerzusätzen in solcher Beikost einsetzen.

Am Vorgehen auf freiwilliger Basis gibt es weiter Kritik. Freiwillige Selbstverpflichtungen verhinderten nötige gesundheitspolitische Maßnahmen, kritisierte die Organisation Foodwatch. Klöckner müsse die Branche verbindlich in die Pflicht nehmen, statt nur höflich um ein paar Gramm weniger Zucker zu bitten. In Großbritannien zeige eine Limo-Steuer Wirkung mit deutlich geringeren Zuckergehalten. Nötig sei auch, Kindermarketing gesetzlich auf ausgewogene Lebensmittel zu beschränken. Die Lebensmittelbranche betonte, sie halte Versprechen zu freiwilligen Rezeptur-Änderungen, „wo dies sinnvoll und technologisch möglich ist“.

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