Worldwide China Indien

ACHEMA 2012-Trendbericht Großanlagenbau

Zwischen Individuallösung und Containermodul

| Autor / Redakteur: Dechema / Matthias Back

...strategischer Finanzierungsförderung, politischer Unterstützung und vor allem mit der Fähigkeit, Großprojekte bis zur Montage abzuwickeln. Deutsche Anlagenbauer haben das Problem erkannt und arbeiten derzeit intensiv daran, wieder eigene Montagekompetenz aufzubauen und verstärken ihre Fertigungstiefe und Präsenz in den Regionen ihrer Kunden.

Stichwort "Best Cost Country Sourcing"

Und auch an der Preisschraube wird – sowohl auf Seiten der EPCs als auch bei den betreibereigenen Ingenieurabteilungen – gedreht. Denn immerhin mehr als die Hälfte des Projektvolumens eines EPC-Auftrags entfällt auf die Beschaffung der Ausrüstung. „Best Cost Country Sourcing“ heißt das Stichwort, mit dem vor allem personalintensive Ausrüstung vermehrt von Produzenten aus Ländern mit niedrigen Lohnkosten beschafft wird. Damit sich das lohnt, besteht für die Beschaffungsspezialisten die Kunst darin, die Balance zwischen niedrigem Einkaufspreis und den Kosten für Qualitätssicherung und Transport zu halten. Denn strikte Kontrolle und die persönliche Beziehung zum Lieferanten sind in China beispielsweise wichtiger als wasserdichte Verträge, berichten Branchen-Insider.

Auch um die dazu notwendigen interkulturellen Kompetenzen systematisch zu entwickeln und den Aufwand für die Qualitätssicherung zu senken, wollen sowohl Owners Engineers als auch europäische Kontraktoren verstärkt Personal in den Beschaffungsmärkten aufbauen. So hat zum Beispiel der Anlagenbauer Linde im Jahr 2010 eine neue globale Beschaffungsstruktur eingeführt, in der sechs globale „Procurement Center“ die Kontaktpunkte zu Lieferanten in den Regionen bilden.

Lokales Fachpersonal rückt in den Vordergrund

Und auch die investierenden Chemieunternehmen wollen weiter Engineeringpersonal in Ländern wie China, Indien oder Südamerika aufbauen. „Es geht darum, mit eigenen lokalen Mitarbeitern sowohl das Projektmanagement vor Ort erledigen zu können, vor allem aber auch um die Qualitätssicherung der Arbeiten mit lokalen Kontraktoren überwachen zu können“, bestätigt Dr. Claas-Jürgen Klasen. Und: Die Chemieanlagenbauer wollen im Rahmen der strategischen Partnerschaften mit globalen EPC-Unternehmen auch deren Beschaffungskompetenz in globalen Märkten nutzen: „Wir greifen bei der Beschaffung verstärkt auf unsere externen Partner zurück – allerdings ohne die Kontrolle abzugeben“, verdeutlicht Peter M. Gress.

Auch die Planung von Anlagen, die in Europa und Deutschland gebaut werden, aus Asien heraus, ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Unternehmen wie Bayer Technology Services haben...

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 32400300 / Engineering)