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ACHEMA 2012-Trendbericht Großanlagenbau

Zwischen Individuallösung und Containermodul

| Autor / Redakteur: Dechema / Matthias Back

...für den Zeitraum bis 2015 angekündigten Investitionen (neun bis zehn Milliarden Euro in Ludwigshafen) hervor. Für Aufsehen sorgte Mitte Januar 2012 der Beschluss des Konzerns, bis Ende 2014 in Ludwigshafen einen Produktionskomplex für das Weichschaum-Vorprodukt Toluylen-Diisocyanat (TDI) zu bauen. Kostenpunkt: rund eine Milliarde Euro.

Bedeutung von Standort-Synergien im Projektgeschäft nimmt zu

An diesem Projekt lassen sich gleich mehrere Paradigmenwechsel in der Chemie und im Chemieanlagenbau festmachen: Durch die verstärkte strategische Ausrichtung der Chemieproduzenten hin zu nachhaltigen und energieeffizienten Prozessen nimmt die Bedeutung von Synergien zwischen Produktionsbetrieben an den Standorten zu. „Bei der Bewertung der TDI-Anlage ging es nicht nur um die Anlage selbst, sondern um die ganzheitliche Betrachtung der Energie- und Wärmeströme am Standort Ludwigshafen“, erklärt dazu der Chef des BASF-Engineerings, Peter M. Gress. Durch Skalenvorteile und effiziente Integration will der Konzern zum günstigsten TDI-Produzenten in Europa werden. Auch nach Meinung von Dr. Claas-Jürgen Klasen, Chef des Evonik-Bereichs „Process Technology & Engineering“, werden Standort-Synergien im Projektgeschäft immer wichtiger: „Chemieparks mit ihren zentralen Infrastruktureinrichtungen ermöglichen intensivere Energie- und Stoffverbünde, ihre Bedeutung nimmt zu.“

Die hauseigenen Ingenieure oder „Owners Engineers“ sehen sich heute nicht mehr nur als interne Serviceabteilungen der Chemieunternehmen, sondern wollen mit ihren Leistungen dazu beitragen, den Unternehmenswert zu steigern. Was nach Marketingslogans klingt, wird in der Praxis der Anlagenplanung mit Leben gefüllt: Ein Investitionsprojekt wird nicht isoliert betrachtet abgewickelt, sondern für das Gesamtsystem optimiert. Und unter Umständen werden höhere Investitionskosten für eine Neuanlage in Kauf genommen, wenn beispielsweise im Wärmeverbund mit anderen Betrieben am Standort der Gesamtenergiebedarf gesenkt werden kann.

„Owners Engineers“ gewinnen an Bedeutung

„Die optimale technische Lösung ist nur in Verbindung mit der detaillierten Kenntnis der Märkte, den spezifischen Produktanforderungen, den Rohstoffmärkten und den gesamten Herstellkosten zu ermitteln und umzusetzen“, verdeutlicht Dr. Claas-Jürgen Klasen den Unterschied zwischen klassischen EPC-Dienstleistern und betreibereigenem Engineering. „Gerade durch das Zusammenspiel mit den Betreibern, unseren kompetenten und international erfahrenen Engineering-Kompetenzen sowie den Lieferanten in allen Phasen des Projektes werden die Anlagen termingerecht, im Budget und vor allen Dingen sicher und qualitätsgerecht fertiggestellt und angefahren. Das unterscheidet die ‚Owners Engineers‘ von anderen Anlagenbaufirmen“, pflichtet Dr. Jürgen Hinderer, Engineering-Chef bei Bayer Technology Services, bei. „Das Portemonnaie des Kunden ist auch unser Portemonnaie!“

Bayer MaterialScience hat im November 2011 in Shanghai – ebenfalls für die Chemikalie TDI – eine Großanlage (250 kt/a) nach einer neuentwickelten Technologie (Gasphasenphosgenierung) angefahren. Im TDI-Projekt der BASF in Ludwigshafen geht es dagegen weniger...

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