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ZVEI-Prognose

ZVEI hebt die Wachstumsprognose für die deutsche Elektroindustrie deutlich an

| Redakteur: Dietmar Kuhn

„Die deutsche Elektroindustrie hat in den letzten zwei Jahren ihre Hausaufgaben gemacht“, sagte Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, auf der Hannover-Messe. Deutlich macht das sein Verband durch die Anhebung der Wachstumsprognose auf 10% für das Jahr 2011.

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Dr. Klaus Mittelbach (l.), Vorsitzender der Geschäftsführung, und Präsident Friedhelm Loh vom ZVEI rechnen bereits für das Jahr 2012 mit einer neuen Höchstmarke beim Branchenumsatz. Der Optimismus fördert auch die Einstellungsbereitschaft der Betriebe. Bild: Kuhn
Dr. Klaus Mittelbach (l.), Vorsitzender der Geschäftsführung, und Präsident Friedhelm Loh vom ZVEI rechnen bereits für das Jahr 2012 mit einer neuen Höchstmarke beim Branchenumsatz. Der Optimismus fördert auch die Einstellungsbereitschaft der Betriebe. Bild: Kuhn
( Archiv: Vogel Business Media )

„Unter der Voraussetzung, dass die Auswirkungen der Katastrophen in Japan und die Entwicklung in Nordafrika und dem Nahen Osten auf die weltwirtschaftliche Entwicklung insgesamt begrenzt bleiben, wird sich die Elektroindustrie 2011 weiter erholen – wenn auch nicht mehr ganz so rasant wie 2010“, ergänzte Friedhelm Loh, Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Mit der Prognose von 10% Wachstum passt der ZVEI die Zahl von Dezember vergangenen Jahres um 3 Prozentpunkte nach oben an. Der Branchenumsatz sollte sich etwa in gleicher Größenordnung erholen und damit die Marke von 180 Mrd. Euro übertreffen. 2010 hat die Produktion bereits um 13% zugelegt, der Umsatz ebenfalls um 13% auf 164 Mrd. Euro.

„Auf dem Tiefpunkt der Krise haben wir befürchtet, es könnte bis zu sieben Jahre dauern, bis wir zurück auf dem Niveau vor der Krise sind. Heute wissen wir, dass es wesentlich schneller gehen wird. 2012 könnte der Branchenumsatz bereits eine neue Höchstmarke erreichen“, betonte Loh. Dies habe auch positive Auswirkungen auf die Beschäftigung. Denn bereits im laufenden Jahr planen rund 79% der Elektrounternehmen, ihre Stammbelegschaft aufzustocken, wie aus einer aktuellen Befragung im März dieses Jahres hervorgeht. ZVEI-Präsident Loh forderte im Rahmen der Pressekonferenz die Bundesregierung zu einem neuen Energiekonzept auf. Ziel müsse es demnach sein, das bestehende Stromnetz sofort aus- und umzubauen zu einem sogenannten Smart Grid, um überhaupt die erneuerbaren Energien sinnvoll integrieren und ausbauen zu können.

Es brauche für die Einspeisung der künftig in sehr viel größerem Maße dezentralen Energieerzeugung ein intelligentes Netz und flächendeckend intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter. Ohne die Modernisierung der Energieinfrastruktur seien alle Klimaziele Makulatur. Wegen der langen Vorlaufzeiten müsse schnell gehandelt werden, sagte Loh.

Bei der Elektromobilität müsse die Politik die Batterieforschung mit mindestens einer 1 Mrd. Euro beschleunigen. Die Staatshaushalte müssten zügig saniert werden, auch europaweit, um künftig Krisen zu verhindern, verlangte Loh.

Angesichts der aktuellen Diskussion um die Kernkraft wies Loh darauf hin, dass den Analysen des Verbandes zufolge rund 20% Einsparung beim Stromverbrauch möglich sind.

Wegen der Katastrophen in Japan rechnet der ZVEI mit einer Verknappung elektronischer Bauteile. Bei ihnen nimmt Japan weltweit Rang drei ein.

Zu den weiteren erfreulicher Effekt der Konjunkturerholung in der deutschen Elektroindustrie zählt die Zunahme der Beschäftigtenzahl auf mehr als 800.000 Personen.

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