Industrie 4.0 ZVEI gründet Arbeitskreis IT in Automation

Software gilt längst als die treibende Kraft in der Technologieentwicklung. Eine nicht ganz neue Erkenntnis, doch die Dimension und Geschwindigkeit dieses Prozesses beschleunigen sich zunehmend. Höchste Zeit für den Zentralverband der deutschen Elektroindustrie (kurz ZVEI), wo man sich nicht nur im Kontext von Industrie 4.0-Strategien als Enabler der Prozessindustrien sieht, sich noch intensiver dem IT-Thema in einem ZVEI-Arbeitskreis zu widmen.

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„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind offen für IT-Unternehmen, die mitarbeiten möchten“, sagt Koschnick.
„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind offen für IT-Unternehmen, die mitarbeiten möchten“, sagt Koschnick.
(Bild: ZVEI)

Frankfurt am Main – Dass Industrie 4.0 von der branchenübergreifenden Zusammenarbeit lebt, ist nicht neu. Nur gemeinsam können Anwenderbranchen, Automatisierer und IT-Anbieter den digitalen Wandel in der Produktion umsetzen. Diese Meinung vertritt Gunther Koschnick, Geschäftsführer Fachverband Automation im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, stellvertretend für die gesamte Automatisierungsbranche. „Dafür haben wir im ZVEI-Führungskreis Industrie 4.0 den Arbeitskreis „IT in Automation“ gegründet“, erklärt der Fachverbands-Geschäftsführer Koschnick.

Das neue Gremium soll demnach Raum für mehr Austausch zwischen den Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und der Elektroindustrie bieten. Ziel sei es, die jeweiligen Anforderungen an Industrie 4.0 besser zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, so die Erklärung in einer aktuellen Presseverlautbarung.

Im ZVEI-Führungskreis sind Unternehmen organisiert, die auf die Ausgestaltung von Industrie 4.0 von Seiten des sogenannten Shop Floors Einfluss nehmen. Koschnik verweist darauf, dass vieles bisher erreicht wurde: Meilenstein der ZVEI-Arbeit sei unter anderem das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0). Nun gelte es noch stärker als bisher, die Nahtstelle zur IKT-Branche, dem sogenannten Office Floor, zu schließen. Dafür müssen Wege für die enge Vernetzung und den Datenaustausch zwischen Maschinen, Geräten und Office-Prozessen gefunden werden.

Im Fokus stehen dabei betriebliche und automatisierungsnahe IT-Systeme, unter anderem Manufacturing Operation Management (MOM) und Manufacturing Execution System (MES), Lager- und Instandhaltungsmanagement, Qualitätssicherung, Produktions-IT und Software-Engineering für Industrie 4.0. Ziel ist es, die typischen Funktionen dieser IT-Systeme zu identifizieren, zu klassifizieren und in RAMI 4.0 einzuordnen. „Um die nahtlose Integration von Shop und Office Floor zügig zu bewerkstelligen, müssen wir daran jetzt gemeinsam arbeiten“, so Koschnick.

Das Mitwirken von IT-Unternehmen im neuen Arbeitskreis sei ausdrücklich erwünscht: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind offen für IT-Unternehmen, die mitarbeiten möchten“, sagt Koschnick.

Hintergrund zum ZVEI-Führungskreis Industrie 4.0: Über 100 Vertreter aus rund 60 Mitgliedsunternehmen arbeiten im ZVEI-Führungskreis Industrie 4.0. Das Gremium ist seit 2013 das Sprachrohr der Elektroindustrie in die Plattform Industrie 4.0.

Ziel ist unter anderem, weiteren Forschungsbedarf festzustellen und die notwendigen Standards für Industrie-4.0-Anwendungen aus Sicht der Elektroindustrie zu gestalten. Bisherige Meilensteine sind das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0), die Industrie 4.0-Komponente und das Open-Source-Projekt Open AAS.

Die digitale Transformation in den Prozessbranchen ist auch Kernthema des diesjährigen Smart Process Manufacturing Kongresses am 11./12. Oktober in Würzburg, der als Weiterentwicklung des erfolgreichen Digital Plant Kongresses stattfindet. Hier geht‘s zum Programm und weiteren Informationen der Netzwerkplattform.

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