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Handelsbeziehungen Zustimmung zu TTIP schwindet deutlich

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP verliert in der deutschen Bevölkerung immer mehr an Rückhalt. Laut einer repräsentativen Umfrage von YouGov im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung lehnen 33 Prozent der Deutschen das Abkommen ab. Nur 17 Prozent halten TTIP für eine gute Sache.

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Im Vergleich zu der Umfrage von 2014 hat die Zustimmung zu dem geplanten Abkommen deutlich abgenommen. Vor zwei Jahren sprachen sich noch 55 Prozent der Befragten für TTIP („Transatlantic Trade and Investment Partnership“) aus, heute sind es nur noch 17 Prozent. Zugleich stieg die Zahl derjenigen, die das Abkommen ablehnen, von 25 auf 33 Prozent.

Die ablehnende Haltung vieler Deutscher gegenüber TTIP lässt sich vor allem durch die Angst vor schlechteren Produkt-, Verbraucherschutz- und Arbeitsmarktstandards erklären. Rund die Hälfte der Befragten glaubt, dass TTIP negative Folgen für den Verbraucherschutz haben könnte.

Für 27 Prozent droht dem Wirtschaftswachstum durch das Abkommen ähnliches. Auch die Informationspolitik zu TTIP wird vielfach als unzureichend angesehen: 30 Prozent der Deutschen fühlen sich nicht ausreichend über das Abkommen informiert.

Zugleich verliert die Idee des Freihandels selbst an Unterstützung in Deutschland. 2014 befürwortete ihn noch eine deutliche Mehrheit von 88 Prozent. Heute sind es nur noch knapp 56 Prozent der Deutschen. Mehr als ein Viertel lehnt den uneingeschränkten Handel gänzlich ab.

In den USA ist das Stimmungsbild zu TTIP und der Idee des Freihandels differenzierter als in Deutschland. Auch hier hat die Zustimmung zu TTIP im Vergleich zu 2014 deutlich abgenommen. Befürworteten das Abkommen seinerzeit noch 53 Prozent der US-Amerikaner, halten es heute nur noch 15 Prozent für eine gute Sache.

Zwar sank die Zahl derer, die TTIP ablehnen, von 20 auf 18 Prozent. Zugleich stieg aber die Verunsicherung darüber an: Rund die Hälfte der US-Bürger fühlt sich nicht ausreichend über TTIP informiert. Die Zustimmung zum Freihandel im Allgemeinen ist in den USA dagegen stabil und sogar gewachsen: 82 Prozent der Befragten sehen ihn positiv - eine Steigerung gegenüber 2014 von 11 Prozent.

Etwas paradox ist angesichts dieser Ergebnissen, dass die meisten Deutschen der Ausweitung des Handels mit den USA grundsätzlich positiv gegenüberstehen. 61 Prozent der Teilnehmer in Deutschland sprechen sich für eine Intensivierung der Handelsbeziehungen mit den USA aus. In den USA sind es 69 Prozent der Bevölkerung, die der Ausweitung des Handels mit Deutschland positiv gegenüberstehen.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke elektronikpraxis.

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