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Namur-Hauptsitzung 2010

Zertifizierungen allein sorgen nicht für Sicherheit

| Redakteur: Marion Henig

Bei der drahtlosen Kommunikation kommunizieren die Anwender inzwischen mit harten Bandagen: „Ich wundere mich ja schon ein bisschen über die mangelnde Lernfähigkeit der Spezies Mensch“, fand Namur-Vorsitzender Dr. Norbert Kuschnerus deutliche Worte in Erinnerung an die Anfänge des Feldbusses. Denn neben Wireless Hart und der ISA 100.11a hat sich nun auch der chinesische Standard WIA-PA ins Gespräch gebracht. Die Position der Namur zu Wireless ist eindeutig: Sie will einen einzigen Standard, dessen Spezifikationen auf der NE 133 und NE 124 beruhen. Dafür wäre es nötig, dass sich die jetzigen Parteien auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner einigen – technologisch wohl kein Problem. Zwar sitzen in der sogenannten Heathrow-Group, in der über Konvergenzen der existierenden Standards diskutiert wird, alle Vertreter an einem Tisch – nach wie vor scheitert die Einigung jedoch am Commitment einiger Firmen. Aber hier gibt sich die Namur unnachgiebig: Nur wenn sich alle darauf verständigen, den am Verhandlungstisch diskutierten Kompromiss auch später einzusetzen, wird die Namur den Prozess der Konvergenz begleiten. Ansonsten ist das Thema Wireless zu Ende, bevor es überhaupt angefangen hat.

Mit Geduld zum Erfolg

Gar nicht mehr in den Anfängen steckt man inzwischen beim Thema Plant Asset Management. Dass der Erhalt von kleinen (Feldgeräten) und großen (Anlagen) Assets ein wesentlicher Baustein im modernen Produktionsbetrieb ist, ist inzwischen wohl jedem Betrieb in der Prozessindustrie klar. „Dennoch fehlt häufig der Treiber für die komplette Umsetzung des Konzeptes“, so die Erfahrung von Dr. Michael Gote. Der Prozessautomatisierung kommt beim Thema Plant Asset Management eine Schlüsselfunktion zu, da sie viele modellbasierte Ansätze erst ermöglicht. So hat sich bei der Diagnose, die zumindest bei kleinen Assets für den Werterhalt sorgt, eine Menge getan, wie Sven Seintsch, Leiter des Prüflabors berichtete. Intelligente Feldgeräte erfüllen inzwischen fast alle die Anforderungen nach einer verlässlichen Diagnose und eindeutigen Informationen nach der NE 107. Dazu gehört die Einführung der Namur-Statussignale, wie Ausfall, Funktionskontrolle, Wartungsbedarf und außerhalb der Spezifikation. Schwierig ist es nach wie vor, eine Fehlmeldung einer Ursache zu zuordnen. „Letztlich ist eine Diagnose immer nur ein Indikator. Bei komplexen Zusammenhängen ist die Zuordnung von Diagnoseparameter zu der Ursache schwierig und manchmal ist ein Fehler auch einfach nicht detektierbar“, gibt Seintsch zu bedenken. Dennoch findet man immer wieder neue Ansätze – manchmal muss man jedoch einen kleinen Umweg gehen. So kann man aus dem Vergleich der Sprungantworten beim Partial Stroke Test (der eigentlich zur Funktionsüberprüfung bei Stellantrieben gedacht ist) einen Verschleiß feststellen. Die Auswertung des Signalrauschens beim Differenzdruck-Durchflussmessverfahren verrät, ob sich die Messleitung zusetzt. Und beim Coriolis-Durchflussmessverfahren ist die Rohrsteifigkeit ein Indikator für den Lochfraß oder eine Rissbildung.

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