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Namur-Hauptsitzung 2010

Zertifizierungen allein sorgen nicht für Sicherheit

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Im Sinne eines Process Performance Monitoring verwies Dr. Stefan Ochs von Bayer Technology Services, auf weitere Überwachungsmöglichkeiten der Prozesschnittstellen. Besonders erfolgsversprechend sind seiner Erfahrung nach Blackbox-Modelle, denen statistische Verfahren oder neuronale Netze unterliegen. Bayer Technology Services hat zusammen mit dem FhG-IOSB ein Modell entwickelt, mit dem prozesstechnisch zusammen hängende Anlagenteile überwacht werden können. PUMon (Process Unit Monitoring) nutzt ein neurologisches Netz zur Datenauswertung und erlernt das gewünschte Referenzverhalten der Anlage mit Hilfe von historischen Daten. Damit können Abweichungen frühzeitig erkannt werden, wie ein Beispiel aus einer Kolonne zeigte. Das Leitsystem reagierte zuverlässig auf die eingestellten Alarmgrenzen. Das Modell liefert aber wesentlich früher Anzeichen auf die Störung – eine Kristallisation in einer Brüdenleitung, die zu einem erhöhten Druck in der Kolonne führte. Zum einen gab es eine deutliche Abweichung vom Referenzmodell 4,5 Stunden vor dem Leitsystemalarm. Viel wertvoller waren allerdings die Hinweise 3,5 Tage vorher: Hier waren im Modell bereits Anzeichen, dass sich Prozessbedingungen verändert hatten.

Komplexes beherrschen

Das Beispiel des neuronalen Netzes zeigt deutlich, wie komplex innovative Automatisierung sein kann. Davon müssen aber die Anwender nicht unbedingt etwas merken, ist Dr. Jens Bausa, BASF, fest überzeugt: „Die Automatisierungstechnik darf nicht als Ursache der Komplexität verstanden werden, sondern als Chance, diese zu reduzieren.“ Komplexität ist also durchaus vertretbar, sie muss aber gekapselt sein. „Verfolgen Anwender und Lieferanten von Automatisierungstechnik dieses Ziel gemeinsam konsequent, wird dieses Arbeitsumfeld in den Betrieben signifikant positiv beeinflusst und die Effizienz steigern“, zeigt sich Bausa überzeugt und weist damit die Richtung für die nächste Namur-Hauptsitzung, die unter dem Motto „Prozessleittechnik - Wege in die Zukunft“ steht.

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* Die Autorin arbeitet als freie Redakteurin bei PROCESS.

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