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Industrial Knowledge Yokogawa mit neuem Geschäftsbereich auf dem Weg zum Smart Data Business

| Redakteur: Gerd Kielburger

Neue Geschäftsmodelle würden aus Industrie 4.0 und Internet of Things entstehen, prognostizieren Experten. Getan hat sich in der Prozessindustrie bisher nicht viel. Nun wirft Prozessautomatisierer Yokogawa den Hut in den Ring mit cloudbasierten Lösungen und gründet einen neuen Geschäftsbereich "Industrial Knowledge".

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Ratingen - Wie man aus Daten Wissen produzieren kann, das es dem Betreiber erlaubt, seine Produktion und Supply Chain immer am Operational Excellence zu betreiben, das ist ein Kundenversprechen, dass alle Prozessautomatisierer gerne im Blick haben. Mit der zunehmenden Digitalisierung steigen jedoch die erhobenen Datenmengen in gigantische Dimensionen. Doch wie werden aus Big Data smarte Daten und wie kann man diese nutzbringend einsetzen? In Branchenkreisen wird viel darüber geredet, diskutiert und geschrieben, doch noch wagt sich kaum ein Anbieter mit Angeboten aus der Deckung. Prozessautomatisierer Yokogawa Electric Corporation geht jetzt neue Wege und möchte neue Geschäftsmodelle entwickeln. Mit einem neuen Geschäftsbereich „Industrial Knowledge“ will das Unternehmen mit Stammsitz in Japan ab sofort fortschrittliche cloud-basierte Lösungen für anlagenintensive Branchen entscheidend vorantreiben, seine Geschäfte auf dem Gebiet ausbauen und zur nachhaltigen Wertschöpfung beim Kunden beitragen.

Bei „Industrial Knowledge” handelt es sich um einen angenommenen Geschäftsnamen (DBA*1) der Yokogawa Venture Group, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Yokogawa. Das Tochterunternehmen wurde im Dezember 2015 zwecks Einführung des cloud-basierten Dienstes zur Bereitstellung und Verteilung von Daten (SaaS*2) gegründet. Als Plattform für die Entwicklung seines Geschäfts haben die Automatisierungsexperten im Dezember 2015 Industrial Evolution, einen Anbieter von cloud-basierten Data-Sharing-Diensten (DaaS*3), übernommen. Diese Dienste ermöglichen eine unternehmensübergreifende Zusammenarbeit.

Yokogawa greift Smart Data Thema auf

„Industrial Knowledge“ wird nach Angaben aus Ratingen, dem Deutschland-Sitz des Unternehmens, die sichere Cloud-Plattform von Industrial Evolution zur Erfassung, Integration und Analyse von Prozessdaten aus mit Firewall geschützten Systemen in Echtzeit nutzen. Die Plattform werde von Yokogawa-Kunden bereits heute zur Erfassung von Daten aus Tausenden von Systemen und Geräten und zur Bereitstellung von Diensten über die Cloud genutzt, und sei damit bestens gerüstet für Industrie 4.0 oder das Industrial Internet of Things (IIoT). Gleichzeitig soll der neue Geschäftsbereich von der hohen Zuverlässigkeit und Qualität der Mess- und Steuerungstechnologie von Yokogawa profitieren.

Durch „Process Co-innovation” wolle man gemeinsam mit den Kunden Mehrwert für eine bessere Zukunft schaffen – so die Unternehmensvision von Yokogawa. Es handelt sich um ein Konzept für ein Automatisierungsgeschäft, in dem sämtliche Mess-, Steuerungs- und Informationstechnologien von Yokogawa proaktiv genutzt werden. Damit zielt man nicht nur auf eine Optimierung der Produktionsprozesse, sondern auch auf eine Optimierung des Material- und Informationsflusses in und zwischen Unternehmen ab, einschließlich ihrer Wertschöpfungs- und Versorgungsketten. Die Lösungen von „Industrial Knowledge“ werden bei der Umsetzung des Konzepts „Process Co-innovation” eine Schlüsselrolle spielen. Damit wagt sich das japanische Unternehmen, das in diesem Jahr die Namur-Hauptsitzung im November 2016 sponsert, als einer der ersten Anbieter von Prozessautomation offensiv an neue Geschäftsmodelle mit Smart Data. Beim großen Namur-Mitgliedstreffen Anfang November in Bad Neuenahr werden die Anwender jedenfalls sehr gespannt zuhören, mit welchen neuen Geschäftsideen Yokogawa aufwarten will.

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