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Wussten Sie schon ... Wussten Sie schon, dass sich Silos nach dem Stillstand anders verhalten können?

| Autor / Redakteur: Harald Heinrici / Sabine Mühlenkamp

Bei einem Wartungsstillstand mit größeren, länger dauernden Arbeiten wird man es oft so einrichten, dass der Silo entleert wird. Nach Abschluss der Arbeiten und Wiederbefüllung des Silos können zwei Probleme auftreten, die man in dieser Form vorher so nicht beobachtet hat: ausgeprägte Brückenbildung und Anbackungen an den Behälterwänden.

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Harald Heinrici ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik und Programmbeirat des Schüttgut-Forums.
Harald Heinrici ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik und Programmbeirat des Schüttgut-Forums.
(Bild: Mühlenkamp)

Wolfenbüttel – Ausgeprägte Brückenbildung lässt sich mit dem besonderen Spannungsverhalten von Schüttgütern erklären. Nach dem Füllen eines leeren Silos liegen hohe Füllspannungen vor. Nach Beginn der Entleerung wird das Schüttgut durch den aktivierten Auslauf in vertikaler Richtung entlastet und es stellen sich die niedrigeren Entleerungsspannungen ein. Die Füllspannungen führen zu einer größeren Festigkeit des Schüttgutes, die wiederum Brückenbildung erleichtert. Ziel muss es daher sein, durch geeignete Maßnahmen schon bei der Wiederbefüllung des leeren Silos die hohen Füllspannungen zu vermeiden, etwa indem bei der Befüllung Schüttgut abgezogen wird.

Ungewohnte Anbackungen an den Behälterwänden können bei Silos aus Normalstahl durch Korrosion ausgelöst werden. Im üblichen Betrieb ist Korrosion durch das Fließen des Schüttgutes entlang der Wand nicht möglich. Bei einem Stillstand unterliegt ein leerer Silo oft Temperaturschwankungen, die zur Kondensation der in der Umgebungsluft enthaltenen Feuchtigkeit führen. Das Wasser schlägt sich an den Behälterwänden nieder und führt zur Korrosion, die die Rauigkeit der Wandoberfläche erhöht. Ist die Oberfläche so rau, dass kein Fließen mehr entlang der Oberfläche stattfinden kann, wird die Korrosionsschicht nicht abgetragen, und es bilden sich tote Zonen mit Anbackungen oder Fließproblemen aus. Hier gilt es jetzt entweder den Eintrag von Feuchte zu vermeiden oder den Silo so auszulegen, dass auch auf einer korrodierten Oberfläche Fließen möglich ist. Dies lässt sich mit einer verfahrenstechnischen Siloauslegung erreichen.

Antworten auf drängende Fragen rund um das Silo gab es auch auf unserem Schüttgut-Forum 2019.

Save the date: Das 14. Schüttgut-Forum findet am 17./18. November 2020 wieder im Rahmen der 8. Förderprozess-Foren auf der Festung Marienberg in Würzburg statt.

* Der Autor ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik GmbH, 38302 Wolfenbüttel.

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