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Wussten Sie schon ... Wussten Sie schon, dass die Form des Silotrichters eine wichtige Rolle spielt?

| Autor / Redakteur: Harald Heinrici* / Sabine Mühlenkamp

Für ein zylindrisches Silo ist es naheliegend, einen konischen Silotrichter zu verwenden. Für ein Silo mit quadratischem oder rechteckigem Querschnitt wird man an einen keilförmigen Trichter denken, um die Nachteile eines Trichters mit vier geneigten Seitenwänden („umgedrehte Pyramide“) zu vermeiden.

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Harald Heinrici ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik und Programmbeirat des Schüttgut-Forums.
Harald Heinrici ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik und Programmbeirat des Schüttgut-Forums.
(Bild: Mühlenkamp)

Wolfenbüttel – Die Trichtergeometrie wird aber nicht nur durch die Form des Silovertikalteils beeinflusst, sondern auch durch verfahrenstechnische und statische Randbedingungen.

Ein Trichter aus vier geneigten Seitenwänden ist einfach zu fertigen. Er hat aber den Nachteil, dass sich in den Schnittkanten von zwei Seitenwänden ein Eckneigungswinkel ergibt, der deutlich flacher als die Neigung der beiden Seitenwände ist. Hier besteht die Gefahr, dass sich tote Zonen bilden und Fließprobleme entstehen.

Ein konischer Trichter ist durch seine Form steif und ermöglicht ein Abtragen der durch das Schüttgut vorliegenden Lasten mit geringem Aufwand. Dies ist bei einem keilförmigen Trichter nicht der Fall. Bei einem größeren keilförmigen Trichter werden sich die Lasten nicht mehr nur durch eine größere Wandstärke aufnehmen lassen. Die Steifigkeit wird über zusätzliche Rippen erreicht, was wiederum den Aufwand in der Fertigung erhöht.

Dennoch hat ein keilförmiger Trichter einen Vorteil, der oft überwiegt: Er erlaubt eine flachere Trichterneigung für ein Fließen entlang der Wand (Massenfluss) als ein konischer Trichter.

Der Unterschied hängt von der Wandreibung und Trichterneigung ab, liegt aber in der Größenordnung von acht Grad.

Die Ursache für das günstigere Fließverhalten des keilförmigen Trichters kommt daher, dass die Konvergenz nur von zwei geneigten Seitenwänden erfolgt. Bei einem konischen Trichter geschieht die Verjüngung von einem großen zu einem kleinen Durchmesser allseitig. Die flachere Trichterneigung reduziert die Bauhöhe, sodass die eventuell höheren Fertigungskosten dadurch mehr als ausgeglichen werden.

Diese und andere Antworten auf drängende Fragen rund um Schüttgüter gibt es auf unserem Schüttgut-Forum 2020.

Dies findet in diesem Jahr online am 19. November statt. Mehr dazu unter:

* Der Autor ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik GmbH, 38302 Wolfenbüttel.

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