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Teil 6: Wussten Sie schon ...

Wussten Sie schon, dass Silos hupen und beben können?

| Autor/ Redakteur: Harald Heinrici / Gabriele Ilg

Beim Entleeren von Silos kann es zu Erschütterungen kommen, die auch Silobeben genannt werden. Diese Erschütterungen können sehr unangenehm werden und lassen sich manchmal noch in zwei Kilometer Entfernung spüren. Abgesehen davon, dass sie natürlich die Silostatik beeinflussen. Je nach Silowerkstoff, Steifigkeit und Schüttgut kann es auch zu einer Geräuschentwicklung, dem so genannten Silohupen kommen.

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Harald Heinrici ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik und Programmbeirat des Schüttgut-Forums.
Harald Heinrici ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik und Programmbeirat des Schüttgut-Forums.
(Bild: Mühlenkamp)

Wobei Hupen sich noch harmlos anhört, der Ton ist vergleichbar mit einer Schiffssirene. Wenn die Situation sehr ungünstig ist, treten sogar beide Phänomene auf, zuerst spürt man die Erschütterungen, dann folgt das Hupen. Das Problem dabei ist, dass über die Zusammenhänge und auch über die Ursachen noch zu wenig bekannt ist. Man weiß, dass Erschütterungen mit zunehmender Masse, die in Bewegung ist, größer werden. Auch hat die Erfahrung gezeigt, dass Aluminium-Silos eher als Edelstahlsilos hupen. Und es gibt bestimmte Schüttgüter, z.B. Stärke oder PET-Granulat, die eher zu Erschütterungen neigen. Manchmal gibt das Slip-Stick-Verhalten (Wandreibung) in Labormessungen einen Hinweis, aber eben nicht immer.

Was kann man dagegen tun? Wichtigste Maßnahme ist sicherlich, die fließende Masse so klein wie möglich zu halten. Das Phänomen tritt nämlich häufig auf, wenn ein Silo durch ein größeres ersetzt wird. Plötzlich wird ein leichtes Wackeln (wie es bei Silos immer mal wieder auftaucht) zum Silobeben. Steht dann dieses Silo noch in einer Mischbebauung, zieht dies häufig Einschränkungen behördlicher Natur in der Nutzung nach sich. Dann kann durchaus angeordnet werden, dass das Silo nur noch tagsüber betrieben wird oder nur teilgefüllt wird. In solchen Fällen wären zwei kleine Silos statt ein großes die bessere Wahl gewesen. Darüber hinaus gibt es weitere Lösungen, die sich mit einer verfahrenstechnischen Siloauslegung detaillieren lassen.

Für Abhilfe sorgen z.B. rohrförmige Einbauten, wie Entleerungsrohre, die den Fließquerschnitt reduzieren und so die in Bewegung befindliche Masse verringern. Dies funktioniert ohne Weiteres aber nur bei frei fließenden Schüttgütern. Eine andere Variante sind Einbauten an der Wand, die diese „verstimmen“ und das Silohupen reduzieren.

Event-Tipp der Redaktion Harald Heinrici ist Programmbeirat des Schüttgut-Forums. Das 13. Schüttgut-Forum findet auch 2019 wieder im Rahmen der Förderprozess-Foren statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Eventseite. Programm, Erfahrungsaustausch und Rahmen des Forums sind top, wie uns Teilnehmer dieser Nutzwertveranstaltung bestätigen. Unsere Bildergalerien zum letztjährigen Event zeigen Impressionen der Veranstaltung sowie die Referenten des Schüttgut-Forums.

Diese und andere Antworten auf drängende Fragen rund um das Silo gibt es auf unserem Schüttgut-Forum. Dies findet am 19. und 20. November in Würzburg statt. Mehr Informationen finden Sie unter www.schuettgut-forum.de

* Der Autor ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik GmbH, 38302 Wolfenbüttel.

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