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Wussten Sie schon ... Wussten Sie schon, dass ein größerer Silo nicht unbedingt ein besserer Silo ist?

| Autor / Redakteur: Harald Heinrici* / Sabine Mühlenkamp

Es ist zu beobachten, dass vermehrt Silos mit größerem Lagervolumen geplant und gebaut werden. Neben günstigeren Investitions- und Betriebskosten ergeben sich auch hinsichtlich der Logistik Vorteile, da seltener nachgefüllt werden muss.

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Harald Heinrici ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik und Programmbeirat des Schüttgut-Forums.
Harald Heinrici ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik und Programmbeirat des Schüttgut-Forums.
(Bild: Mühlenkamp)

Wolfenbüttel – Allerdings führt die größere Füllmenge im Silo zu größeren Lasten, die sowohl für die Silostatik als auch für Rückwirkungen auf das Schüttgutverhalten von Bedeutung sind. In früheren Ausgaben sprachen wir schon über das Auftreten von Erschütterungen beim Entleeren des Silos (1/2019) und möglichem Schüttgutabrieb (3/2019). Die größeren Lasten wirken sich auf das Zeitverfestigungsverhalten aus. Zeitverfestigung beschreibt die Eigenschaft vieler Schüttgüter, nach Lagerung in Ruhe unter einer Last die Festigkeit zu vergrößern. Die größere Festigkeit des Schüttguts führt dazu, dass das Risiko der Brückenbildung größer wird.

Für viele Schüttgüter nimmt die Zeitverfestigung mit der Zeit degressiv zu, d.h. nach einer ausreichenden Lagerzeit in Ruhe steigt die Festigkeit nicht weiter. Bei manchen Schüttgütern ist die Zunahme der Festigkeit jedoch linear, z.B. wenn chemische Reaktionen auftreten. Die größere Last kann dazu führen, dass die chemische Reaktion beschleunigt stattfindet und die Zeitverfestigung überproportional zunimmt.

Die größte Last tritt bei mittelschlanken und schlanken Silos am Übergang vom Siloschaft zum Trichter auf. Bewirkt die größere Last infolge des größeren Silos eine überproportionale Zeitverfestigung, kann es plötzlich zur Brückenbildung im obersten Bereich des Trichters kommen – eine Stelle, wo man eine Brücke nicht erwarten würde, denn der Trichterauslauf hat geringere Abmessungen.

Positiv ist, dass sich dieses ungewöhnliche Verhalten mancher Schüttgüter messtechnisch greifen lässt und man sich so bei der Konzeption des Silos darauf einstellen kann.

Antworten auf drängende Fragen rund um das Silo gab es auch auf unserem Schüttgut-Forum 2019.

Save the date: Das 14. Schüttgut-Forum findet am 17./18. November 2020 wieder im Rahmen der 8. Förderprozess-Foren auf der Festung Marienberg in Würzburg statt.

* Der Autor ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik GmbH, 38302 Wolfenbüttel.

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