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Teil 3: Wussten Sie schon....

Wussten Sie schon, dass die Statik eines Silos nicht für jedes Schüttgut gleich bleibt?

| Autor / Redakteur: Harald Heinrici / Sabine Mühlenkamp

Harald Heinrici ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik und Programmbeirat des Schüttgut-Forums.
Harald Heinrici ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik und Programmbeirat des Schüttgut-Forums. (Bild: Mühlenkamp)

Kaum eine Anlagenkomponente wirkt so unerschütterlich wie ein Silo im Verarbeitungsprozess von Schüttgütern. Das ist in vielen Anwendungen auch der Fall, doch was passiert, wenn sich das Produktportfolio ändert? Wie sieht es mit der Sicherheit aus, wenn dort ein anderes Produkt gelagert wird? Die meisten Anwender machen sich kaum Gedanken darüber.

So wurde vor einigen Jahren vermehrt Raps angebaut, um dem Biodieselboom gerecht zu werden. Naheliegender Gedanke war, dass man vorhandene Weizensilos für die Lagerung nutzen könne. Raps ist ähnlich freifließend wie Weizen. Aber Raps besitzt eine geringere Wandreibung und ein größeres Horizontallastverhältnis als Weizen. Obwohl Raps eigentlich leichter ist, wirken dennoch größere Horizontalkräfte auf die Silowand. Ein Weizensilo lässt sich also nicht ohne Weiteres zur Lagerung von Raps verwenden.

Ähnlich sieht es aus, wenn das Produkt gleich bleibt, aber sich die Partikelgröße ändert. Bei einer kleineren Partikelgröße verändert sich üblicherweise die Schüttgutdichte und die Wandreibung wird größer. Die aufsummierte Wandreibungslast kann dann größer werden, die Silowand muss größere Kräfte aufnehmen, um nicht gestaucht zu werden. Dies ist sicher nicht bei allen Anwendungen der Fall, zeigt aber, dass man die Statik eines Silos beim Produktwechsel immer im Auge behalten muss.

Event-Tipp der Redaktion Harald Heinrici ist Programmbeirat des Schüttgut-Forums. Das 13. Schüttgut-Forum findet auch 2019 wieder im Rahmen der Förderprozess-Foren statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Eventseite. Programm, Erfahrungsaustausch und Rahmen des Forums sind top, wie uns Teilnehmer dieser Nutzwertveranstaltung bestätigen. Unsere Bildergalerien zum letztjährigen Event zeigen Impressionen der Veranstaltung sowie die Referenten des Schüttgut-Forums.

Dabei ist zu beachten, dass ein Statiker für seine Berechnung korrekte Daten benötigt. Für jedes Schüttgut muss also die Schüttgutdichte, die Wandreibung und das Horizontallastverhältnis neu berechnet werden. Die experimentelle Ermittlung wird im Übrigen auch in der DIN ISO 1991-4 vorgeschlagen.

Apropos Normen: Zwar gibt es Bestandschutz für alte Silos, wird aber dieses aber für einen neuen Zweck verwendet, muss neu gerechnet werden. Und hierbei ist zu beachten, dass in der aktuellen Norm höhere Sicherheitsanforderungen gelten als in früheren Versionen.

Wegschauen gilt nicht: Ein Statikgutachten, inklusive Ermittlung neuer Schüttgut-Kennwerte, ist in der Regel deutlich günstiger als die Errichtung eines neuen Silos, geschweige denn als die Folgekosten, wenn ein Silo plötzlich ausfällt und die Produktion unterbrochen werden muss.

* Der Autor ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Schwedes + Schulze Schüttguttechnik GmbH, 38302 Wolfenbüttel.

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