Studie: Indonesischer Gesundheitsmarkt

Wo liegen die Chancen und wo lauern Risiken?

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Viele ausländische Gesundheitsdienstleister, die in Indonesien tätig sind, beschränken ihre Aktivitäten bisher auf die Hauptstadtregion. „Jakarta hat sicherlich Vorteile, zum Beispiel was die Infrastruktur und den Arbeitsmarkt anbelangt“, erklärt Martin Erharter. „Doch auch andere indonesische Metropolen und Großstädte bieten günstige Rahmenbedingungen für den Markteinstieg: Es gibt weniger Wettbewerber, bessere Wachstumschancen und eine Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Gesundheitsleistungen in den städtischen Ballungsgebieten außerhalb Jakartas.“ So bewegt sich das regionale Bruttoinlandsprodukt von Sumatra laut der Studie mit 219,2 Milliarden Dollar auf dem Niveau des vietnamesischen BIP. Somit bietet die Insel alleine bereits viele Möglichkeiten für ausländische Gesundheitsdienstleister.

In ihrer Studie haben die Roland Berger-Experten auch ermittelt, dass dem Land durch den Medizintourismus nach Malaysia und Singapur wichtige Einnahmen verloren gehen. Über eine halbe Million Menschen pro Jahr zieht es zu medizinischen Behandlungen ins Ausland. Diejenigen, die sich nach Penang und Kuala Lumpur aufmachen, geben im Schnitt 200 Dollar pro Kopf aus, in Singapur sind es sogar 3.500 Dollar pro Patient. Ausländische Gesundheitsdienstleister könnten diese Chance nutzen und die abgewanderten Umsätze durch lokale Gesundheitsleistungen ins Land zurückholen.

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Fachkräfte sind schwer zu bekommen

Und nicht nur die Patienten zieht es ins Ausland, auch die medizinischen Fachkräfte suchen ihr Glück fernab der Heimat. Die besseren Verdienstmöglichkeiten geben dabei nicht immer den Ausschlag; viele von ihnen wollen einfach unter den bestmöglichen Arbeitsbedingungen mit der bestmöglichen Ausstattung die medizinisch interessantesten Fälle behandeln. Diese Entwicklung stellt die einheimischen Gesundheitsanbieter vor genauso große Probleme wie ausländische Gesundheitsdienstleister, die neu in den Markt einsteigen wollen - beide Seiten tun sich gleichermaßen schwer, qualifizierte Fachkräfte zu finden, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten.

Von entscheidender Bedeutung für ausländische Investoren ist jedoch die Frage, ob ihre Investition in Indonesien genügend Rendite abwirft. „Das komplexe Regelwerk für ausländische Direktinvestitionen in Indonesien enthält auch weitreichende Vorschriften für Investitionen durch Healthcare- und Pharmaunternehmen und verursacht Schwierigkeiten im nationalen und grenzüberschreitenden Vertrieb“, sagt Erharter. Healthcare-Anbietern, die trotz all dieser Herausforderungen die Chancen des Gesundheitsmarkts in Indonesien für sich erschließen wollen, empfehlen die Roland Berger-Experten zunächst eine Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, ohne selbst Produktionsanlagen dort aufzubauen.

Link zur Studie Die komplette Studie „Capturing the business of health - Opportunities and challenges for international healthcare providers in Indonesia“ können Sie auf der Seite von Roland Berger kostenlos und in englischer Sprache herunterladen. Weitere interessante Studien und Positionspapiere aus Bereichen wie beispielsweise Gehalt, Personal, Industrie, Pharma, Produktion oder auch Biotechnologie finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

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