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Durchbruch mit Katalyse Wissenschaftler stellen Methanol aus Atemluft her

| Redakteur: MA Alexander Stark

Forscher der Cardiff University haben einen Weg gefunden, um aus dem in der Atemluft enthaltenen Methan durch Katalyse Methanol herzustellen. Weitere Einzelheiten zu den Forschungsergebnissen lesen Sie bei uns.

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Forscher der Cardiff University haben einen Weg gefunden, um aus dem in der Atemluft enthaltenen Methan durch Katalyse Methanol herzustellen.
Forscher der Cardiff University haben einen Weg gefunden, um aus dem in der Atemluft enthaltenen Methan durch Katalyse Methanol herzustellen.
(Bild: Cardiff University)

Cardiff/Großbritannien – Derzeit wird Methanol hergestellt, indem Erdgas bei hohen Temperaturen in Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid zerlegt und danach wieder zusammengesetzt wird. Dieser als Dampfreformierung bzw. Methanolsynthese bezeichnete Prozess ist teuer und energieintensiv.

Forscher der Cardiff University haben nun einen Weg gefunden, um aus dem in der Atemluft enthaltenen Methan durch Katalyse Methanol herzustellen. Dabei sind nur geringe Temperaturen für die Reformierung von Sauerstoff und Wasserstoffperoxid notwendig. Die Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin Science veröffentlicht. Den Wissenschaftlern zufolge haben die Ergebnisse einen signifikanten Einfluss auf saubere, ökologischere Industrieprozesse.

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Professor Graham Hurchings, Direktor der Cardiff University, sagte: „Die Suche nach einer effizienteren Methode zur Produktion von Methanol hat bereits vor hundert Jahren angefangen. Unser Verfahren verwendet Sauerstoff – ein kostenloser Bestandteil unserer Atemluft – und verbindet ihn unter moderaten Temperaturen mit Wasserstoffperoxid. Dabei ist ein geringerer Energiebedarf notwendig.

Die Forscher konnten bereits beweisen, dass es möglich ist, mit einer Verbindung von Gold-Nanopartikel und Titandioxid Methan zu Methanol zu konvertieren. Die Wissenschaftler haben die chemischen Prozesse nun weiter vereinfacht und kommen dabei ohne Titandioxid aus. Die Ergebnisse überträfen sogar die Erwartungen, so Hurchings.

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Die Kommerzialisierung wird noch Zeit in Anspruch nehmen, doch die Erkenntnisse sind gerade im Hinblick auf die schwindenden Vorkommen an fossilen Brennstoffen von großer Bedeutung.

Hurchings: „Im Moment beträgt die jährliche Erdgasproduktion ca. 2,4 Milliarden Tonnen, 4 % davon werden in die Atmosphäre abgeflammt. Das sind etwa 100 Millionen Tonnen. Der Ansatz der Cardiff University könnte dieses überschüssige Gas verwerten und so die C02 Emissionen verringern. Das in den USA gewonnene Schiefergas lässt sich durch unser Verfahren verflüssigen und leicht transportieren.“

Auch nach Einschätzung von Dr. James J. Spivey, Professor für Chemieingenieurwesen an der staatlichen Universität von Louisiana und Chefredakteur von Catalysis Today sind diese Forschungsergebnisse von wesentlicher Bedeutung für die akademische und industrielle Forschung. Die Umwandlung der Schiefergasvorkommen in hochwertige Zwischenprodukte wie Methanol eröffne neue Möglichkeiten bei der Herstellung von chemischen Vorprodukten.

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