Germany Trade & Invest Wirtschaftsverbände sehen konjunkturelle Aufhellung im zweiten Halbjahr

Redakteur: Jürgen Schreier

Deutschland werde gestärkt aus der Krise hervorgehen werde. Davon zeigte sich Staatsekretär Hartmut Schauerte auf der ersten Weltkonferenz von Germany Trade & Invest (GTAI) am 25. Mai 2009 in Berlin überzeugt und betonte: „Unsere Wettbewerbsfähigkeit haben wir in der Krise nicht verloren.“

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Hartmut Schauerte, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie: „Unsere Wettbewerbsfähigkeit haben wir in der Krise nicht verloren.“ Bild: BMWi
Hartmut Schauerte, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie: „Unsere Wettbewerbsfähigkeit haben wir in der Krise nicht verloren.“ Bild: BMWi
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Folgen der Krise für die Exportnation Deutschland waren das zentrale Thema der Diskussion im Rahmen der GTAI-Weltkonferenz. Nach den massiven Einbrüchen bei den Exportaufträgen bis zu teilweise 50% hofften die Wirtschaftsvertreter auf eine Verbesserung im zweiten Halbjahr.

Maschinenbau strebt als erster aus der Krise

Aus Sicht der des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus – die Exportquote der Branche liegt bei 75% – ging Ulrich Ackermann, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft beim VDMA, von einer möglichen Belebung noch vor anderen Branchen aus. Die Sektoren seien vergleichsweise früh mit der Krise konfrontiert worden. Es gäbe Anzeichen, dass die Maschinenbauunternehmen sowohl im Abschwung als dann auch im Aufschwung zu den Vorreitern gehörten.

Für den Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sprach Chef-Volkswirt Dr. Andreas Gontermann von einem Ende des freien Falls. Die Unternehmen der Elektrobranche seien gerade aufgrund ihrer Querschnittstechnologien besonders durch die Krise geprüft worden. Da jedeoch die weitere Entwicklung mit Unsicherheiten behaftet sei, könne allenfalls von einem vorsichtigen, langsamen Aufschwung die Rede sein.

Medizintechnik ist vom Abwärtstrend abgekoppelt

Von diesem Trend abgekoppelt sieht Sven Behrens die Unternehmen der Medizintechnik. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Spectaris, der die Interessen der Medizintechnik, optischen Technologien sowie Analysen- und Labortechnik wahrnimmt, sprach von einem Wachstum von bis zu 2% bei den Medizintechnikfirmen im laufenden Jahr.

Auf die krisenbedingten Veränderungen bei der Investorenanwerbung ging Michael Pfeiffer ein. Für den Geschäftsführer von Germany Trade & Invest belegt das gleichbleibend hohe Niveau von Investorenanfragen das unveränderte Interesse am Standort. Allerdings seien die Investitionsprojekte insgesamt kleiner geworden.

Finanzierungsengpässe hemmen Investitionstätigkeit

Pfeiffer machte dafür vor allem Schwierigkeiten bei der Fnanzierung verantwortlich. Er kündigte an, dass Germany Trade & Invest einen Bereich einrichten werde, der sich mit der Finanzierung von Investitionsvorhaben in Deutschland beschäftigen werde. Ihm zufolge sollen alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie etwa über Venture Capital oder die Einbindung ausländischer Staatsfonds langfristige Ausfuhrfinanzierungen schaffen.

Weltweite Konjunkturprogramm werden als hilfreich angesehen

Die Sprecher sahen in den weltweiten Konjunkturprogrammen gute Anreize auch für die heimische Wirtschaft. Dr. Adrian Bothe, Leiter des Referats Grundsatzfragen der Außenwirtschaftpolitik im Bundeswirtschaftsministerium, betonte, dass es zum Selbstverständnis der deutschen Wirtschaftspolitik gehöre, auf protektionistische Maßnahmen zu verzichten. Die deutschen Konjunkturpakete enthielten somit keine „Buy-German“-Klausel.

Neben den deutschen Konjunkturpaketen bezeichneten die Wirtschaftsvertreter die weltweiten Konjunkturprogramme als hilfreich.

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