Suchen

Online-Messtechnik für 4. Stufe

Wirkungsvoll die Eleminationsleistung von Abwasserreinigungsanlagen kontrollieren

| Autor/ Redakteur: Dr. Christoph Wolter / Wolfgang Ernhofer

Der Einsatz von Verfahren zur Elimination von Spurenstoffen wird in der Abwasserreinigung an Bedeutung zunehmen. Neben den eingesetzten Verfahren sind hierbei auch die messtechnischen Voraussetzungen zu schaffen, die Prozesse zu kontrollieren.

Firmen zum Thema

Endress+Hauser bietet Standardparameter, die es dem Betreiber ermöglichen, den laufenden Betrieb seiner Stufen kontinuierlich zu kontrollieren. Dabei kann bei der Messung auf Sensoren mit Memosens-Technologie und auf die Vorteile der einheitlichen Liquiline-Plattform zurückgegriffen werden.
Endress+Hauser bietet Standardparameter, die es dem Betreiber ermöglichen, den laufenden Betrieb seiner Stufen kontinuierlich zu kontrollieren. Dabei kann bei der Messung auf Sensoren mit Memosens-Technologie und auf die Vorteile der einheitlichen Liquiline-Plattform zurückgegriffen werden.
(Bild: Endress+Hauser)

Die Ergänzung von Verfahren zur Entfernung organischer Spurenstoffe aus dem Abwasser ist auf bestem Wege, Stand der Technik zu werden. Technisch durchgesetzt haben sich mittlerweile zwei Verfahren: die Oxidation der Spurenstoffe mit Ozon und die Adsorption an Aktivkohle. Beide Verfahren sind mit dem kostenintensiven Einsatz von Betriebsmitteln verbunden. Die permanente Sicherstellung der Eliminationsleistung einerseits und die kontrollierte Dosierung der Betriebsmittel Ozon und Aktivkohle andererseits sind unverzichtbare Forderungen einer verfahrenstechnischen Einbeziehung der Stufen in den Klärwerksbetrieb. An dieser Stelle wird aussagekräftige, zuverlässige und schnelle Analysenmesstechnik benötigt.

Die Erfassung der Eliminationsleistung von Spurenstoffen erfolgt heute sehr aufwändig sowie kosten- und zeitintensiv über Labor-Stichproben. Problematisch sind hierbei mögliche Fehlerquellen allein schon bei der Probenahme. Eine Betrachtung der Dynamik der Abbauprozesse in Abhängigkeit der gewählten verfahrenstechnischen Freiheitsgrade der Anlage ist nicht mehr realisierbar. So können die Stichproben – über längere Zeiträume gemittelt – nur eine annäherungsweise Aussage zu den kontinuierlich erreichbaren Eliminationsleistungen ergeben.

Standardparameter zur Überwachung und Kontrolle der Elimination organischer Substanzen

Die unbestritten beste Lösung wäre es, die Spurenstoffe selbst permanent zu messen und die Prozesse zu steuern. Dies ist zurzeit Gegenstand von Forschungsaktivitäten. Aufgrund der Vielzahl der relevanten Spurenstoffe ist für die kontinuierliche Messung eine Auswahl zu treffen. Solange diese Festlegung auf eine geringe Zahl an Leitsubstanzen noch nicht erfolgt ist, wird eine direkte kontinuierliche Messung von Leitsubstanzen im Markt nicht zur Verfügung stehen. Bis dahin müssen kontinuierlich gemessene Standardparameter für die Kontrolle der Stufen zur Entfernung der Spurenstoffe herangezogen werden. Folgende Standardparameter stehen zur Überwachung und Kontrolle der Elimination organischer Substanz zur Verfügung:

  • TOC/DOC: Mit den Summenparametern TOC als gesamter organischer Kohlenstoff und DOC als gelöster organischer Kohlenstoff kann die Veränderung organischer Substanzen dauernd erfasst werden. Eine quantitative Bestimmung auch in niedrigen Konzentrationsbereichen erfolgt über Analyzersysteme; für den Kläranlagenablauf ist aber auch die näherungsweise Bestimmung über eine optische Messung des spektralen Absorptionskoeffizienten SAK möglich.
  • Trübung/Feststoffe: Für die Eliminationsleistung ist eine vollständige Feststoffentfernung von entscheidender Bedeutung. Die Messung der Trübung in Zu- und Abläufen und die Messung der PAK-Konzentration in den Adsorptionsstufen sind daher wichtige Parameter zur Prozesskontrolle.

Der Einsatz beider Parameter wird anhand zweier Beispiele erläutert.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 39429330)