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Kongress Bio-raffiniert

„Wir müssen in Kreisläufen denken“

| Redakteur: Tobias Hüser

Am 13. und 14. Februar 2017 trafen sich über 100 Experten bei Fraunhofer Umsicht in Oberhausen, um im Rahmen des Kongresses „Bio-raffiniert IX“ über eine biobasierte Industrie und den Wandel der Rohstoffbasis zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage nach der Zukunft des Rohstoffs Kohlenstoff.

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Im Rahmen der Veranstaltung fand eine Podiumsdiskussion zum Thema Bioökonomie statt.
Im Rahmen der Veranstaltung fand eine Podiumsdiskussion zum Thema Bioökonomie statt.
(Bild: Fraunhofer Umsicht)

Oberhausen – Auf Kohlenstoff und seinen Verbindungen basiert die Mehrzahl der Produkte, Verfahren und Dienstleistungen der modernen Industriegesellschaft. Doch die fossilen Lagerstätten sind endlich. Darüber diskutierten die Teilnehmer der neunten Ausgabe von Bio-raffiniert. Die Kernfrage des Kongresses „Welche Rolle spielt der Kohlenstoff?“ wurde von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Immer wieder zur Sprache kam das Thema Strom. „Wir haben insbesondere in den Einführungsvorträgen gesehen, dass strombasierten Produkten eine große Bedeutung beigemessen wird“, sagt Frank Köster, Leiter Netzwerk Kraftstoffe und Antriebe der Zukunft, Energieinfrastruktur und Systemtransformation des Veranstaltungspartners Energie Agentur.NRW.

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Prof. Schlögl, Direktor des Max-Planck-Instituts für chemische Energiekonversion, betrachtete die nachhaltige Kohlenstoffnutzung systemisch: Es gehe nicht um die Dekarbonisierung, wie oft zu hören sei, sondern um die „De-Fossilisierung“ der Wirtschaft, um den Kreislauf des vom Menschen genutzten Kohlenstoffs zu schließen. Reinhold Achatz, Technologiechef von Thyssenkrupp, zeigte auf, wie in Zukunft Hüttengase als Rohstoff nachhaltig verwertet werden können.

Kohlenstoff bleibt ein wichtiger Rohstoff

Im mit rund 60 Millionen Euro vom BMBF geförderten Projekt Carbon2Chem arbeiten Fraunhofer Umsicht, das Max-Plack-Institut für chemische Energiekonversion und Thyssenkrupp an der nachhaltigen Verwertung des in Hüttengasen enthaltenen Kohlenstoffs. Ziel ist die Herstellung von Chemikalien. „Wir müssen an branchenübergreifenden Lösungen arbeiten und in Kreisläufen denken. Unsere Vision 2030 sieht vor, dass wir die Bereiche Energie, Stahl und Chemie zusammenbringen“, so Achatz.

„Bio-raffiniert IX hat gezeigt, dass Dekarbonisierung nicht das richtige Stichwort ist, über das wir sprechen. Denn Kohlenstoff wird weiterhin eine sehr wichtige Rolle spielen“, erklärt Dennis Herzberg, Geschäftsstellenleiter von Clib 2021. Die vielfältigen Blickrichtungen der Teilnehmenden auf das Thema Kohlenstoff seien ein echter Mehrwert gewesen. „Die verschiedenen Technologien und Lösungsansätze werden sich künftig weiter verschränken“, so Herzberg.

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