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Chemiekonjunktur und EEG

Wind des Aufschwungs weht durch die Chemieindustrie

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Zölle im Handel mit den USA sind bereits gering. Im Chemiebereich liegen die Zollhöchstsätze - je nach Produktgruppe - bei Null, 5,5 oder 6,5 %. Kley: „Wegen des enormen Handelsvolumens führen aber auch geringe Zölle zu hohen Kosten.“ Allein auf Exporte der deutschen Chemieunternehmen wurden 2010 rund 140 Millionen Euro an die US-Staatskasse gezahlt. „Das sind völlig unnötige Kosten, die wir deutlich sinnvoller investieren könnten.“

„Die große Perspektive liegt aber in den sogenannten nichttarifären Handelshemmnissen“, betonte Kley. Das mögliche Einsparpotenzial falle hier laut Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes Ecorys bis zu zehn Mal höher aus als bei den Zöllen. Dabei geht es um die Harmonisierung von Regeln, die gegenseitige Anerkennung von Standards und die Möglichkeiten, Doppelarbeiten zu vermeiden.

Möglich wäre eine Harmonisierung zum Beispiel bei der Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen: Hier gibt es mit dem Globally Harmonized System (GHS) der Vereinten Nationen bereits eine weltweite Regelung. Aber die Umsetzung dieses Rahmenabkommens ist in den Ländern sehr unterschiedlich. Stoffe sollten mit den gleichen Warnhinweisen und -symbolen beschriftet werden. Dann müsste nicht mehr umverpackt oder umetikettiert werden. „Das würde zu mehr Sicherheit und gleichzeitig weniger Kosten führen“, so Kley.

Chemieindustrie wäre laut Studie Gewinner des TTIP

Ein weiterer Vorteil von TTIP läge lauz VCI in einer gesamtwirtschaftlichen Belebung. Als “Industrie der Industrie” profitiert die Chemie davon besonders. Die deutsche Chemie würde als Branche auch laut Analyse von Ecorys zu den Gewinnern eines ehrgeizigen Freihandelsabkommens zählen – trotz Schiefergasbooms in den USA.

„Bei energieintensiver Produktion haben amerikanische Firmen unbestritten einen Kostenvorteil. Die US-Unternehmen liefern Basischemikalien aber vor allem in die Schwellenländer“, erläuterte Kley. Die deutsche Chemie exportiert vor allem Spezialitäten und Pharmazeutika in den stark wachsenden US-Markt. Wenn es gelingt, Zölle sowie Bürokratie- und Regulierungskosten zu senken, können die Unternehmen Verbund- und Skaleneffekte besser nutzen. „TTIP würde die Wettbewerbsfähigkeit unserer Spezialchemie stärken – auch gegenüber Drittländern“, erläuterte Kley.

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