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Europäische Rohstoffstrategie Wie sichert die EU die Rohstoffversorgung von Morgen?

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Wie entkommt die EU der Abhängigkeit von Rohstoffimporten? Wie sehen nachhaltige Förderstrategien aus? Und wie kann eine internationale Zusammenarbeit gestaltet werden? Diesen Fragen geht ein neues EU-Forschungsprojekt nach.

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Wie wird Europa unabhängiger von Rohstoffimporten?
Wie wird Europa unabhängiger von Rohstoffimporten?
(Bild: Fotolia_26025253_Subscription_XL© Erik Schumann - Fotolia.com)

Europa ist stark abhängig von der Rohstoffeinfuhr und sucht nach Wegen, um dieser Importabhängigkeit zu entkommen. Denn viele rohstoffreiche Länder liegen in Krisenregionen und sind daher unter Umständen unsichere Lieferanten.

Aus dieser Erkenntnis heraus ist das EU-Projekt Strade entstanden. Ziel des Forschungsprojektes ist es, wissenschaftlich abgesicherte sowie praxisorientierte Empfehlungen für eine künftige, langfristige europäische Rohstoffstrategie zu entwickeln. Dafür arbeitet das Projektteam mit Partnerinnen und Partnern aus rohstoffreichen Ländern wie beispielsweise Südafrika, Papua-Neuguinea, Chile und Brasilien zusammen.

In internationalen Stakeholder-Workshops tauschen sie sich über Erfahrungen der Rohstoffförderung und Rohstoffpolitik aus, um ihr Wissen für eine europäische Ressourcenstrategie nutzbar zu machen, die auch die Interessen der ressourcenreichen Länder ausreichend berücksichtigt.

Zudem entwickeln sie Lösungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bergbaus und der europäischen Rohstoffindustrie langfristig zu sichern. Derzeit bezieht Europa nur einen sehr kleinen Anteil seines Ressourcenbedarfs aus eigenem Abbau. Damit verbunden ist nicht nur eine hohe Importabhängigkeit, sondern auch die Verlagerung der mit dem Abbau verbundenen Umweltlasten ins Ausland.

Transparente Nachhaltigkeitsbewertung für die Rohstoffförderung

Basierend auf dem Erfahrungsaustausch in den Dialogveranstaltungen und begleitenden Analysen entwickeln die Expertinnen und Experten Ideen für transparente und nachvollziehbare Kriterien für eine sichere, umwelt- und sozialverträgliche Rohstoffförderung. Ein solches international anerkanntes Bewertungsschema soll Entscheider aus Politik und Wirtschaft sowie Investoren dabei unterstützen, zu bewerten, ob eine Förderstätte ein hohes, mittleres oder niedriges Nachhaltigkeitsniveau erfüllt.

„Heute herrschen in vielen Bergbaustätten schlechte Bedingungen beim Arbeitsschutz. Die Einnahmen kommen oft nicht der lokalen Bevölkerung zugute und der Rohstoffabbau hat zudem vielfach negative Auswirkungen auf die Umwelt, vor allem auf das Trinkwasser“, erklärt Dr. Doris Schüler vom Öko-Institut Darmstadt. „Ein solches Schema würde dabei helfen, schlechte Bergbaustandards zu erkennen und mittelfristig die Bedingungen vor Ort zu verbessern. Ebenso wird diskutiert werden, wie die EU die Umsetzung von nachhaltigen Bergbaustandards und zugehörigen Zertifizierungsstandards gezielt fördern und sich in internationalen Gremien stärker engagieren kann.

Projektpartner und Förderung

Im Forschungsprojekt StradeSTRADE arbeiten sieben Partner zusammen: Öko-Institut e.V. (Deutschland), SNL Financial AB (Schweden), Projekt-Consult GmbH (Deutschland), Centre for Energy, Petroleum and Mineral Law and Policy (CEPMLP) der Universität Dundee (Schottland), DMT Kai Batla (Deutschland), Georange (Schweden) und Universität Witwatersrand in Johannesburg (Südafrika). Das Projekt wird über drei Jahre im Rahmen des ‚Horizon 2020‘-Programms der Europäischen Union kofinanziert und legt voraussichtlich im Juni dieses Jahres erste Ergebnisse

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