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Explosionsschutz

Wie sicher sind Schutzsysteme vor Manipulation?

| Redakteur: Manja Wühr

Für die Auswahl von Schutzsystemen beziehen Anlagenbauer und -betreiber verfahrenstechnischen Kenndaten, anlagenspezifische Rahmenbedingungen sowie ordnungsgemäße Zertifizierungen ein. Lesen Sie hier, was es bei der Auswahl von Schutzsystemen abseits der üblichen Kennwerte noch zu berücksichtigen gilt.

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Das Q-Rohr von Rembe ermöglicht eine flammenlose Druckentlastung. Zum Schutz vor Manipulation sind Schraubverbindungen durch unlösbare Nietverbindungen ersetzt, Schrauben sind selbstsichernd und unverlierbar gestaltet.
Das Q-Rohr von Rembe ermöglicht eine flammenlose Druckentlastung. Zum Schutz vor Manipulation sind Schraubverbindungen durch unlösbare Nietverbindungen ersetzt, Schrauben sind selbstsichernd und unverlierbar gestaltet.
(Bild: Rembe)

Die verfahrenstechnischen Kenndaten des Produktes (z.B. KSt-Wert oder Pmax) und die anlagenspezifischen Randbedingungen (Volumen/Druckfestigkeit) beeinflussen die Auswahl des richtigen Schutzsystems. Das ist allgemein bekannt und bewusst. Ebenfalls achten mehr und mehr Anlagenbauer und Betreiber auf eine ordnungsgemäße Zertifizierung und Kennzeichnung der Schutzsysteme und Anlagenkomponenten.

Ein weitgehend unbeachteter Aspekt ist die Manipulationssicherheit von Schutzeinrichtungen. Die Rembe-Ingenieure finden bei Anlagenbegehungen in der letzten Zeit verstärkt Hinweise auf solche Missstände: Schutzeinrichtungen werden außer Funktion gesetzt, elektronische Signalisierungen und Warneinrichtungen gebrückt, mechanische Elemente mit zu wenig Verbindungselementen und Schrauben gesichert. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und sicher nicht einfach zu ergründen.

Die Schutzsysteme namhafter Hersteller wie Rembe sind daher so ausgeführt, dass ein hohes Maß an Sicherheit durch die Konstruktion vorgegeben und nicht manipulierbar ist. Beispielsweise sind Schraubverbindungen durch unlösbare Nietverbindungen ersetzt, Schrauben sind selbstsichernd und unverlierbar gestaltet.

Besonders bei komplexeren Komponenten wie Einrichtungen zur flammenlosen Druckentlastung ist das essenziell. Diese werden meistens in Innenräumen, aber immer in Einbaustellen verbaut, bei denen eine freie Entlastung, z.B. durch Berstscheiben, nicht möglich ist. Wenn allerdings der Teil, der die Entlastung zu einer flammenlosen macht, versagt oder Schwachstellen aufweist, hat das verheerende Folgen für die Umgebung, die dann Flamme und Druck der Explosion schutzlos ausgeliefert ist.

Sichere flammenlose Druckentlastung

„Das Q-Rohr, die original flammenlose Druckentlastung von Rembe, ist genau deshalb genietet, nicht geschraubt. Schrauben können sich lösen oder aber auch leicht gelöst werden. Bei einer Niete ist beides nicht ohne weiteres möglich.“, sagt Rembe-Geschäftsführer Stefan Penno. „Signale, Sensoren, der Trend, so viele elektrische und so wenig manuelle Sicherheitseinrichtungen wie möglich einzusetzen, kehrt sich langsam um. Das liegt einzig und allein an der Ausfallsicherheit hochwertiger, manueller Systeme, die bei elektronischen Komponenten nie zu 100% gegeben ist.“, so Penno weiter.

Ein weiteres wichtiges Feature des Q-Rohrs: Die Druck tragenden Elemente sind flexibel miteinander verbunden, damit sie die Explosionsdruckwelle absorbieren können. „Wir haben zahlreiche Nachbauten des Q-Rohres in der täglichen Praxis gesehen, die starr verschweißt waren und bei der Druckentlastung an den Schweißnähten aufgerissen sind.“, erklärt Penno und ergänzt: „Vergleichen sie es einfach mit den Tragflächen an einem Flugzeug. Wären die fest mit dem Rumpf verschweißt, würden sie bei Turbulenzen abbrechen. Flexibel vernietet können sie Druckschwankungen abfedern und halten extremen Belastungen bestens stand.“

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