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Vorbeugender Explosionsschutz Wie lassen sich Zündquellen in der Filtertechnik wirksam vermeiden?

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Auf dem 9. Schüttgut-Form in Würzburg gibt Klaus Rabenstein, Herding, einen Einblick in die Schutzmaßnahmen zum Vermeiden wirksamer Zündquellen in der Filtertechnik und zeigt Lösungsansätze für weitere Anwendungen in der Praxis auf.

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Klaus Rabenstein, Herding, auf dem Schüttgut-Forum 2015: Vorbeugender Explosionsschutz - Vermeiden wirksamer Zündquellen in der Filtertechnik
Klaus Rabenstein, Herding, auf dem Schüttgut-Forum 2015: Vorbeugender Explosionsschutz - Vermeiden wirksamer Zündquellen in der Filtertechnik
(Bild: Herding)

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Würzburg – Die Handhabung brennbarer, im aufgewirbelten Zustand explosionsfähiger Stäube hat gerade im Bereich der Filternden Abscheider mit größter Sorgfalt zu erfolgen. Aufgrund der Abreinigung der Filterelemente liegt eine staubexplosionsfähige Atmosphäre als Zone 20 oder Zone 21 im Rohgasraum des Filtergeräts vor.

Gemäß dem Gefahrendreieck sind vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, die die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Explosionsereignisses reduziert. Neben der primären Maßnahme zur Vermeidung einer explosionsfähigen Atmosphäre wird die vorbeugende, sekundäre Maßnahme, das Vermeiden wirksamer Zündquellen angewendet. Die harmonisierte, europäische Norm EN1127 beschreibt alle Arten von Zündquellen und gibt auch Schutzmaßnahmen in Abhängigkeit des jeweils vorliegenden staubexplosionsgefährdeten Bereichs der Zone 20, 21 oder 22 an.

Zündquellen identifizieren und eliminieren

Die gemäß dem Arbeitsschutz geforderte Gefährdungsanalyse ist hier als Zündquellen- und Zündgefahrenanalyse durchzuführen. Zunächst sind aus den 13 bekannten Zündquellen, die Zündquellen zu identifizieren, die in dem entsprechenden zu betrachtenden Bereich (Zone) vorliegen können. Diese potenziellen Zündquellen sind dann innerhalb der Zündgefahrenanalyse mit den Kenngrößen des Staub/Luft-Gemisches zu vergleichen. Bei den sicherheitstechnischen Kenngrößen von Staub/Luft-Gemischen ist die Mindestzündenergie der wichtigste Parameter, der zur Abschätzung einer wirksamen, bzw. nicht wirksamen Zündquelle dient.

Die identifizierten wirksamen Zündquellen sind anschließend so zu behandeln, dass eine Zündquellenfreiheit vorliegt. Im Vortrag werden verschiedene elektrische und mechanische Zündquellen behandelt. Die Umsetzung der europäischen Richtlinie 94/9/EG, zukünftig 2014/34/EG, fordert die Gegenüberstellung von explosionsgefährdetem Bereich, Zone und der zugehörigen Gerätekategorie. Die Einstufungen der Gerätekategorien werden bei der Zündquelle „elektrische Betriebsmittel“ vorgestellt.

Bei den mechanischen Zündquellen wird im Vortrag auf die mechanisch erzeugten Funken mit den Schleif-, Reib- und Schlagfunken eingegangen. Neben der Entstehung der verschiedenen Funken werden auch die Kriterien für die Schutzmaßnahmen zur Zündquellenfreiheit aufgezeigt. So werden u.U. die Relativgeschwindigkeit von kleiner 1 m/s zwischen Rotor und Stator von drehendem zu stehendem Bauteilen, gemäß der EN 13463, zueinander behandelt. Darüber hinaus werden Informationen zur Vermeidung von Schlagfunken gegeben.

Als weitere Zündquelle wird die Statische Elektrizität mit ihren unterschiedlichen Entladungsformen näher ausgeführt. Neben der Entstehung der Funken-, Büschel- und Gleitstielbüschelentladung werden für die Entladungsformen, die zündwirksam für Staub/Luft-Gemische sind, auch die Schutzmaßnahmen aufgezeigt.

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