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Virtuelle Kraftwerke Wie kann die Wasser-/Abwasserbranche die Chancen der Energiewende nutzen?

| Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Energy2market (e2m) und Gelsenwasser wollen zukünftig beim Aufbau virtueller Kraftwerke zusammenarbeiten. Über das Gelsenwasser-Dienstleistungsprodukt „Pool“ können Abwasserentsorger und Wasserversorger sowie Kommunen, Stadtwerke, Industrie und Gewerbe Chancen auf kurzfristigen Strommärkten nutzen. Was steckt genau dahinter?

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Gelsenkirchen – Gemeinsames Ziel der Partnerschaft ist, die Chancen der Energiewende für die Wasser- und Abwasserbranche nutzbar zu machen. Durch die Teilnahme an dem Virtuellen Kraftwerk sollen auch für kleinere Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten zusätzliche Einnahmenquellen entstehen.

Kläranlagen und Wasserwerke bieten heute die Chance, ihre wirtschaftlichen Ergebnisse zu verbessern, indem sie den Regelenergiemarkt aktiv nutzen: „Gleichzeitig leisten sie damit einen Betrag zum Gelingen der Energiewende“, so Dr. Dirk Waider, Vorstand von Gelsenwasser. „Wer selbst Strom erzeugt oder große Strommengen verbraucht, kann dieses Potenzial aktiv auf dem Strommarkt einbringen. Damit werden zusätzliche Erlöse erwirtschaftet und außerdem ein wertvoller Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes geleistet.“

So funktioniert’s

Die kommunale Kläranlage ist nicht selten der größte Energieverbraucher einer Kommune. Gleichzeitig wird durch Klärgas Blockheizkraftwerke-Strom erzeugt. In Wasserwerken besteht durch Verbraucher und Erzeugungseinheiten häufig eine vergleichbare Situation. Hinzu kommt: Viele Kläranlagen und Wasserwerke verfügen bereits über eine moderne Leittechnik. Nicht selten sind einzelne Pumpen mit gezielten Steuerungsmodulen ausgestattet, um Energieeffizienzpotenziale heben zu können. Notstromaggregate sichern fast jeden Standort ab. Und zweifelsohne gehören flexible Reaktionen zum Tagesgeschäft, da täglich auf schwankenden Wasserbedarf und veränderte Frachten reagiert werden muss Das alles sind perfekte Voraussetzungen, um auch am Markt für Regelenergie teilnehmen zu können.

Auf dem Strommarkt insgesamt gilt: Durch den steigenden Anteil dezentraler Energieerzeuger sind die Stromnetze in einem permanenten Ungleichgewicht. Die Übertragungsnetzbetreiber sorgen durch den Einsatz von Regelenergie für den notwendigen Ausgleich. Wer seinen Energieverbrauch bzw. die Energieerzeugung steuern kann, ist in der Lage, Ausgleichsleistungen bei Netzschwankungen zu erbringen – und so zusätzliche Einnahmen zu erzielen.

Die Teilnahme am Regelenergiemarkt war bisher vorwiegend den großen Kraftwerken vorbehalten, da u. a. eine Bereitstellungsleistung von mindestens 5 MW und eine Reserve nachgewiesen werden muss. Durch den Zusammenschluss in einem Virtuellen Kraftwerk können nun auch kleinere Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten die „5-MW-Hürde“ nehmen und als „Pool“ an diesem Strommarkt teilhaben.

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