Newsticker November: Aktuelles aus der Prozessindustrie Stimmung in rheinland-pfälzischer Chemieindustrie trübt sich ein

Von Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

29.11.2021

Ingelheim (dpa/lrs) *17:04 Uhr – Stimmung in rheinland-pfälzischer Chemieindustrie trübt sich ein

Die rheinland-pfälzische Chemieindustrie geht mit gedämpften Erwartungen ins nächste Jahr. Steigende Kosten bei Rohstoffen, Logistik und Energie verlangsamten die Erholung nach dem Corona-Einbruch, sagte der Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände Rheinland-Pfalz, Bernd Vogler, am Montag in Ingelheim (Kreis Mainz Bingen). Zwar seien die aktuellen Wirtschaftszahlen für die Bereiche Chemie, Pharma, Kautschuk- und Kunststoffverarbeitung überwiegend im Plus, doch sei dies teilweise auf Nachholeffekte zurückzuführen. Die Branche habe das Vorkrisenniveau in der Produktion noch nicht erreicht.

Die Beschäftigungszahlen in der Branche gehen Vogler zufolge in diesem Jahr das zweite Mal in Folge zurück - «nicht drastisch, aber doch spürbar». Einen einzelnen Grund dafür gebe es nicht, doch spiele der zunehmende Fachkräftemangel eine Rolle.

Die Verbandsvorsitzende Sabine Nikolaus sagte, der Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung enthalte gute Ansätze für die Branche. Als Beispiele nannte die Deutschland-Chefin des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim den Ausbau von Bio- und Wasserstofftechnologie und die Absicht, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen. Allerdings fehlten konkrete Maßnahmen bei zwei zentralen Herausforderungen für die Chemiebranche: dem schnellen Aufbau einer Infrastruktur für erneuerbare Energien und einem wettbewerbsfähigen Strompreis.

28.11.2021

London (dpa) *11:55 Uhr – Moderna arbeitet seit Thanksgiving an Omikron-Impfstoff

Der Impfstoffhersteller Moderna hat am gerade vergangenen Thanksgiving-Feiertag mit der Arbeit an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen. Hunderte seiner Mitarbeiter hätten nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante direkt an dem in den USA üblicherweise groß gefeierten Festtag angefangen, an einer entsprechenden Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte der Chef des Pharmakonzerns, Paul Burton, am Sonntag in einem BBC-Interview. Thanksgiving fiel in diesem Jahr auf den 25. November – also den vergangenen Donnerstag.

Es werde noch einige Wochen dauern, bis man gesicherte Erkenntnisse darüber habe, wie sehr sich die neue Corona-Variante der Wirkung der aktuellen Impfstoffe entziehe und ob ein neues Vakzin produziert werden müsse. Sollte dies der Fall sein, rechne er damit, dass dieser Anfang 2022 in großem Maßstab hergestellt werden könnte. Wie auch das Mittel von Biontech gehört das Vakzin von Moderna zu den mRNA-Impfstoffen, deren Anpassung an neue Varianten als relativ gut machbar gilt.

Ludwigshafen (dpa/lrs) *11:44 Uhr – Chlorgasaustritt bei BASF in Ludwigshafen

Auf dem Gelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen ist am frühen Sonntagmorgen Chlorgas ausgetreten. Wie das Unternehmen mitteilte, atmeten neun Mitarbeiter und zwei Einsatzkräfte das giftige Gas ein. Ein Mitarbeiter musste demnach in ein Krankenhaus gebracht werden, zehn Personen wurden ambulant versorgt und konnten wieder in den Betrieb entlassen werden. Ursache für den Austritt sei eine Leckage gewesen, die inzwischen behoben worden sei, teilte ein Sprecher mit. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Die zuständigen Behörden seien informiert.

27.11.2021

Duisburg (dpa/lnw) *17:44 Uhr – Schwefel aus Chemiewerk in Duisburg ausgetreten

Aus einem Chemiebetrieb in Duisburg ist am Samstag Schwefel ausgetreten. Die Menschen im Stadtteil Homberg und Umgebung sollten sich nicht draußen aufhalten und Fenster und Türen geschlossen halten, warnte die Stadt. Nach dem Zwischenfall sei Sirenenalarm ausgelöst worden. Die Feuerwehr war mit rund 80 bis 100 Kräften teils in Schutzanzügen im Einsatz.

Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, alle Mitarbeiter, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auf dem Betriebsgelände aufgehalten hatten, würden medizinisch untersucht. Um wie viele Personen es sich handelte, war zunächst unklar. Man habe niemanden ins Krankenhaus bringen müssen. Ein dpa-Reporter berichtete von einer gelben Wolke, die über dem Werk ausgetreten war.

Am späten Nachmittag hieß es bei der Feuerwehr, man habe die Lage unter Kontrolle gebracht. Die Austrittsquelle werde abgedichtet. Wie es zu dem Produktaustritt kommen konnte, blieb offen. Die Stadt gab zunächst für alle Stadtteile südlich des Chemiewerks Entwarnung. Im Norden liefen aber noch Messungen.

Riga (dpa) *17:10 Uhr – Ein Toter und ein Verletzter bei Explosion in Pharmafabrik

In Lettland sind bei einer Explosion in der Fabrik eines Pharmaherstellers in Olaine ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden. In dem Werk rund 20 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Riga kam es in der Nacht zum Samstag aus noch unbekannter Ursache zu einer Verpuffung und einem Brand. Dies teilten die Rettungskräfte des baltischen EU-Landes mit. Demnach soll nach ersten Informationen eine technische Anlage explodiert sein. Der Brand auf einer Fläche von rund 144 Quadratmetern wurde gelöscht. Nach Angaben eines Unternehmensverantwortlichen wurden von den Behörden Ermittlungen zur Ursache eingeleitet.

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