IT-Lösungen Wert schaffen durch IT: SAP-Lösungen für die Prozessindustrie

Autor / Redakteur: Andreas Kremer / M.A. Manja Wühr

Sicher, ohne IT geht heute nichts mehr. Doch was braucht die Prozessindustrie wirklich? Und welche Lösungen stellen IT-Unternehmen bereit? Vom 26. bis 27. November 2007 kamen in Frankfurt Vertreter beider Lager auf dem Europäischen Kongress für die Prozessindustrie zusammen, um genau dies herauszufinden.

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Auf dem Europäischen Kongress für die Prozessindustrie trafen sich vom 26. bis 27. November 2007 Vertreter der Prozess- und IT-Industrie in Frankfurt.
Auf dem Europäischen Kongress für die Prozessindustrie trafen sich vom 26. bis 27. November 2007 Vertreter der Prozess- und IT-Industrie in Frankfurt.
( Bild: Novasoft )

Um ihren Erfolg dauerhaft zu sichern, haben viele Unternehmen der Prozessindustrie in den vergangenen Jahren intensiv in Programme zur flexiblen Anpassung, Erweiterung und Optimierung von Geschäftsprozessen investiert. Welchen Beitrag die IT zur Wertschöpfung im Unternehmen leisten kann, war die zentrale Frage des diesjährigen Europäischen Kongresses für die Prozessindustrie: Unter dem Motto „Wert schaffen durch IT“ luden SAP und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) IT- und Fachvertreter aus der europäischen Prozessindustrie zum Erfahrungsaustausch und Dialog ein.

Im Ausstellerforum des Kongresses präsentierten die SAP und zahlreiche SAP-Partner Anwendungen und Dienstleistungen für jeden spezifischen Anwendungsbereich der Chemiebranche. Insbesondere eines wurde deutlich: Lösungen für die zunehmende Internationalität sind gefragter denn je. Dieser Herausforderung mussten sich auch SAP-Beratungshäuser stellen. Nur wer sich über Jahre intensiv mit internationalen Roll Out-Projekten auf allen Kontinenten befasst hat, kann Chemieunternehmen heute Templates zur Verfügung stellen, die exakt auf internationale Roll Out-Projekte zugeschnitten sind. Eine wertvolle Unterstützung für eine Branche, die von Fusionen und Übernahmen geprägt ist. Diese Umstrukturierungen sorgen dafür, dass sich die Unternehmenslandschaft zunehmend verdichtet. Sie müssen aber nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch IT-technisch verdaut und umgesetzt werden.

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Im Fokus: Thema Compliance und REACH

Dem Thema Compliance muss sich die Chemiebranche ebenfalls stellen. So diskutierten die Teilnehmer und Aussteller intensiv über die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Regelungen im Außenhandel. Die Bedeutung des Exports in der Chemiebranche steigt: Laut aktuellen Zahlen des VCI legte das Geschäft im Ausland 2007 um zwölf Prozent zu. Beeinflusst ist der Export in der Chemiebranche von zahlreichen Auflagen wie den Regularien der FDA oder den international gültigen Good Manufacturing Practices (GMP).

Seit Juni letzten Jahres ist auf europäischer Ebene eine weitere Bestimmung hinzugekommen, die es zu beachten gilt: REACH, die neue EU-Verordnung zur Reform des europäischen Chemikalienrechts. Da es sich kein Unternehmen leisten kann, dass seine Waren etwa den Zoll des Ziellandes nicht passieren, wächst die Bedeutung von unterstützenden IT-Tools – wie der SAP-Außenhandelslösung SAP GRC – stetig.

SAP-Vorreiter Chemiebranche

Die Optimierung der Geschäftsprozesse hat einer aktuellen Studie zufolge höchste Priorität bei IT-Verantwortlichen. Ihre Lösungen sollen helfen, unnötige Kosten einzusparen und die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Zu erreichen ist dies beispielsweise mit einem effektiven ERP-System. Da die Chemiebranche ein SAP-Anwender der ersten Stunde ist, gibt es einen hohen SAP-Durchdringungsgrad und kaum ein Unternehmen ohne SAP-System. Große Ersteinführungsprojekte sind in der Branche deshalb inzwischen selten.

Auch wenn die meisten Chemieunternehmen über ein SAP-System verfügen, ist der so genannte Upgrade-Stau trotzdem Branchenthema – und war damit auch ein Aspekt des Kongresses. Besonders kleinere Unternehmen scheuen die Kosten eines Upgrades. SAP-Berater machen im täglichen Projekteinsatz Beobachtungen, die Abhilfe schaffen können: Die Verknüpfung eines Upgrades mit einem Harmonisierungs- oder Konsolidierungsprojekt kann Kosten- und Nutzenvorteile mit sich bringen oder Startschuss für ein in ein Gesamtvorhaben integriertes Upgradeprojekt sein. Oftmals zeigt sich: Das neue Release enthält bereits standardmäßig eine Reihe von Prozessen, die dann nicht mehr manuell angepasst werden müssen. So ist der Umfang der anschließenden Harmonisierung deutlich geringer – und das Gesamtprojekt deshalb meist auch günstiger als erwartet.

Zielgruppe Mittelstand

Seit einigen Jahren geht die SAP speziell auf kleinere und mittlere Unternehmen zu. Hierfür stellt der Software-Spezialist Lösungen zur Verfügung, die exakt auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind. Mit 90 Prozent der Unternehmen ist der Mittelstand in der Chemieindustrie eine wichtige Größe. Was vor allem daran liegt, dass auch „die Großen“ der Branche, wie BASF oder Bayer, aus vielen kleinen Landesgesellschaften und Tochterunternehmen bestehen. Um dieser Bedeutung Rechnung zu tragen, war auf dem Kongress dem Mittelstand ein eigenes Forum gewidmet. Hier berichteten sowohl mittelständische SAP-Kunden als auch SAP-Partner aus ihren Projekten und von ihren Erfahrungen.

Was können erfahrene SAP-Beratungshäuser für den Mittelstand tun?

Was können erfahrene SAP-Beratungshäuser für den Mittelstand tun? Neben speziell auf den Mittelstand zugeschnittenen Lösungen sind aus Beratungssicht entwickelte Best-Practice-Lösungen eine einfache Möglichkeit, durch die der Mittelstand an Innovationen teilhaben kann. Dabei handelt es sich um Lösungen, in denen bereits branchenspezifische Voreinstellungen vorgenommen wurden und die dem Anwender eine schnelle Einführung ermöglichen.

Neben allgemeinen Vorträgen über die aktuellen Trends und Ansätze in der Prozessindustrie nahmen auf dem Kongress speziell auf Fachbereiche zugeschnittene, praxisorientierte Vortragsformate eine zentrale Stellung ein. In diesen Vorträgen stellten Branchenvertreter konkrete IT-Projekte vor. Die Bandbreite der Themen reichte von der Überwindung von Engpässen in der Chemielogistik über die Automatisierung im Finanz- und Rechnungswesen bis zur Ergebnisoptimierung durch globales Key Account-Management.

So unterschiedlich die vorgestellten Themen und Lösungen auch waren, eins hatten alle Vorträge gemeinsam: Sie waren Beispiele und Belege dafür, dass viele Unternehmen erkannt haben, welches Potenzial der optimierte Einsatz von IT in allen Bereichen des Unternehmens bietet – und dass der Titel des Kongresses damit keine Theorie oder Zukunftsmusik, sondern selbstverständlicher Teil des Unternehmensalltags ist: Wert schaffen durch IT.

Der Autor ist Mitglied der Geschäftsführung und Leiter der Business Unit Chemicals & Pharmaceuticals von Ciber Novasoft.

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