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Feldkommunikation

Wer repariert den (Feld-) Bus?

| Autor / Redakteur: Robert Weber* / Matthias Back

Hans-Ludwig Göhringer erklärt den Teilnehmern eines Seminars auf dem Automatisierungstreff die Bedeutung von Condition Monitoring von Bussystemen.
Hans-Ludwig Göhringer erklärt den Teilnehmern eines Seminars auf dem Automatisierungstreff die Bedeutung von Condition Monitoring von Bussystemen. (Bild: IVG Göhringer)

Wenn der Feldbus streikt, steht die Produktion. Der Instandhalter funkt SOS. Vielen Unternehmen fehlt die Sensibilität für Condition Monitoring von Bussystemen. Industrie 4.0-Szenarien fordern aber eine vorausschauende Instandhaltung. Die Industrie reagiert erst spät.

Der Notruf geht mal wieder kurz vor dem Wochenende bei Indu-Sol in Schmölln ein. Die Sätze des aufgeregten Instandhalters überschlagen sich. Er flucht: „Der Feldbus streikt und die Produktion steht.“ Marcel Schäffner, Abteilungsleiter für Technik bei Indu-Sol, weiß, was jetzt zu tun ist. Ein Messtechniker ausgerüstet mit zahlreichen Mess- und Diagnosegeräten übernimmt den Notfall. Die Feldbus-Feuerwehr ist schon unterwegs. Im Gepäck hat sie Werkzeuge für den Leistungstest zur Prüfung physikalischer Parameter sowie für die Überprüfung der logischen Signalqualität.

Darüber hinaus haben sich Maschenwiderstands- bzw. Leckstrommesszange bei der Fehlersuche nach einer Unregelmäßigkeit im Potentialausgleich bewährt, berichtet Schäffner. Die Feldbus-Experten haben immer alles an Bord.

Der Störabstand ist nicht unerschöpflich

Der Messtechniker wird auf dem Besucherparkplatz schon erwartet. Geschäftsführer, Produktionsleiter und Instandhalter warten angespannt. Jede Minute kostet Geld. Typische Fehler, so Schäffner, sind bei Profibus Verdrahtungsfehler oder die mechanische Abnutzung. Hintergrund: Die elektrische Übertragung der Profibus-Daten erfolgt über eine geschirmte Zweitdrahtleitung als Spannungsdifferenzsignal.

Dabei überträgt eine Ader das originäre und die zweite das invertierte Signal. Im Idealfall liegt die Spannungsdifferenz bei mindestens 4,4 V, bei neuerer Profibushardware auch höher. Dieser Wert ist der Normalpegel. Selbst wenn die Spannungsdifferenz auf 0,8 V abfällt, werden die Telegramme in Installationen ohne Repeater noch einwandfrei empfangen.

Bei einem korrekt installierten System ist praktisch eine Reserve von 3,6 V vorhanden. Diese Reserve bezeichnen Fachleute auch als Störabstand. Dieser enorme Störabstand bietet zwar große Reserven, ist aber nicht unerschöpflich. Der maximale Störabstand ist nur erreichbar, wenn bei der Projektierung und Installation des Feldbussystems alle Normen und Richtlinien beachtet werden.

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