Dosiertechnik Wenn Roboter dosieren: Kleinstmengendosierung von Schüttgütern automatisieren

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Schnell, exakt und sicher müssen kleine Schüttgutmengen dem Prozess zugeführt werden. Was heute von Hand gemacht noch fehleranfällig ist, soll nach der Vision von Azo morgen vom Kollegen Roboter übernommen werden.

Anbieter zum Thema

Mit Rolog hat Azo ein System entwickelt, das den Dosierprozess von Schüttgütern im Bereich von Kleinstmengen automatisiert.
Mit Rolog hat Azo ein System entwickelt, das den Dosierprozess von Schüttgütern im Bereich von Kleinstmengen automatisiert.
(Bild: Azo)

Sollen Produktionsarbeiter Kleinstmengen-Chargen zusammenstellen, müssen sie dafür jede einzelne Komponente einer Rezeptur von Hand entnehmen, dosieren und wiegen. Anschließend führen sie die so zusammengestellte Charge ebenfalls händisch dem weiteren Produktionsprozess zu. Vor allem beim Handling empfindlicher, hochkritischer oder gesundheitsschädlicher Stoffe in den Branchen Pharma und Chemie oder in der Nahrungsmittelherstellung kann dies problematisch werden – sowohl für den Arbeiter als auch für die Produktsicherheit. Kritische Stoffe müssen unter aufwendigen Schutzmaßnahmen verarbeitet werden. Auch Forderungen nach einer lückenlosen Dokumentation durch Tracking und Tracing sind bei der manuellen Dosierung nur mit Mehraufwand umzusetzen.

Guided Tours zur ACHEMA 2018 Erleben Sie die Top Innovationen und Trends auf der diesjährigen ACHEMA in Frankfurt. PROCESS bietet Ihnen einen strukturierten, unkomplizierten und kompakten Überblick der Messeneuheiten. Unsere geschulten Tour Guides führen Sie zu ausgewählten Ausstellern und Exponaten. An den jeweiligen Stationen erhalten Sie durch die Aussteller anschauliche Präsentationen zu Produkten, Services oder Lösungen. Jetzt anmelden und Ticket sichern. Es lohnt sich!

Sicherheit für Personal und Produkt

Vor diesem Hintergrund hat Azo nun die Automatisierungslösung Rolog entwickelt: Rohstoffe, wie Pigmente, Aromen, Additive oder auch Wirkstoffe, werden zunächst bedienergeführt in Dosier- und Lagereinheiten (DLE) zur automatischen Weiterverarbeitung bereitgestellt. Mithilfe eines Roboters werden die DLE in das integrierte Rohstoff-Lager-Modul (RLM) eingebracht. Die benötigten Rohstoffe stehen nun für die Chargenzusammenstellung bereit. Entsprechend der vorgegebenen Rezeptur stellt der Roboter die Charge vollautomatisch zusammen – in einem Dosierbereich von 50 g bis 10 kg. Der Roboterarm entnimmt hierzu die jeweilige DLE aus dem Lagermodul und führt diese dem Dosierprozess automatisch zu. Nachdem der Roboter die DLE mit der benötigten Komponente auf den Dosierplatz aufgestellt hat, übernimmt eine speziell entwickelte Dosiervorrichtung das grammgenaue Dosieren des Produkts in ein definiertes Zielgebinde.

Nach Einwaage aller benötigten Komponenten in das Zielgebinde wird dieses an einer definierten Schnittstelle außerhalb der Sicherheitszelle für die Weiterverarbeitung zur Verfügung gestellt. Diese Vorgehensweise ermöglicht ein proaktives Qualitätsmanagement, da sämtliche Dosierungen aufgezeichnet und nachvollzogen werden können. Somit ist eine lückenlose Dokumentation und Chargenrückverfolgung aller eingesetzten Rohstoffe und des gesamten Dosier- und Wiegeprozesses sichergestellt.

Der Arbeitsbereich des Roboterarms und das Lagersystem sind durch eine Sicherheitszelle vom restlichen Produktionsumfeld abgeschirmt. Diese bedienerlose Rohstofflogistik, in einer abgeschirmten Zelle, bietet somit einen optimalen Schutz für den Bediener und das Produkt. Der modulare Aufbau des internen Rohstoff-Lager-Moduls (RLM) ermöglicht außerdem eine hohe Flexibilität in der Erweiterung der Rohstoffkomponenten, die durch das System verarbeitet werden können.

Nach Fertigstellung einer Rezeptur und Weitergabe des Zielgebindes an den nachfolgenden Prozess steht das System unmittelbar zur Bearbeitung weiterer Produktionsaufträge bereit. Die in der Automatisierungslösung integrierte Rezeptur- und Auftragsverwaltung sowie die Lager- und Materialverwaltung ermöglichen das reibungslose Abarbeiten aufeinanderfolgender Produktionsaufträge. Ein manuelles Überprüfen der benötigten Rezeptur durch einen Bediener entfällt dadurch komplett. Das System ist somit sowohl zeit­effizient als auch hochflexibel, so der Hersteller. Bei einer kontinuierlichen Bereitstellung aller für die Produktion benötigten Rohstoffe und Gebinde kann eine Mehrschicht- oder 24/7-Produktion umgesetzt werden.

Event-Tipp der Redaktion Das 12. Schüttgut-Forum findet auch 2018 wieder im Rahmen der Förderprozess-Foren statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Eventseite. Programm, Erfahrungsaustausch und Rahmen des Forums sind top, wie uns Teilnehmer dieser Nutzwertveranstaltung bestätigen. Unsere Bildergalerien zum letztjährigen Event zeigen Impressionen der Veranstaltung sowie die Referenten des Schüttgut-Forums.

Das Rolog-System kann sowohl als Einzellösung in einen bestehenden Produktionsprozess integriert oder in eine komplette Azo-­Anlage implementiert werden. Außerdem eignet es sich auch als Stand-alone-Lösung. Bei jeder Variante gewährleistet dieses neuartige System einen hohen Durchsatz, reproduzierbare Dosierergebnisse und absolute Rezepturgenauigkeit, ohne die hohe Flexibilität, den Bedienschutz oder die Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen. Die Anzahl der eingesetzten Systeme, Dosier- und Lagereinheiten sowie die Größe des Rohstoff-­Lager-Moduls (RLM) wird bedarfsorientiert ermittelt. Dadurch lässt sich das System an die jeweiligen Anforderungen der Anwender sowie die örtlichen Begebenheiten anpassen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:45267054)