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Zustandsorientierte Wartung Wenn die Anlage plant: Was kann die zustandsorientierte Wartung?

| Autor / Redakteur: Michael Als* / M.A. Manja Wühr

Mit zustandsorientierter Wartung zu maximaler Verfügbarkeit bei minimalen Kosten: Produktionsausfall durch Stillstand, Ausschuss oder Qualitätsverlust durch Schäden an der Anlage: Der Albtraum jedes Produktionsleiters. Und das aus gutem Grund, denn je effizienter die Produktionsabläufe sind, desto gravierender sind auch die Auswirkungen auf die gesamte Produktions- und Lieferkette selbst bei kleinsten Schäden. Ein Plädoyer für die zustandsorientierte Wartung.

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Beim Plattenwärmetauscher wird die Dichtheit der einzelnen Platten überprüft.
Beim Plattenwärmetauscher wird die Dichtheit der einzelnen Platten überprüft.
(Bild: http://www.KaMo-PhotoArt.de)

Früher war die reaktive Instandsetzung die Norm. Justiert, gereinigt oder geschmiert wurde erst, wenn Probleme auftraten. Repariert wurde nur, was tatsächlich defekt war. Obgleich dies zwangsläufig zu Produktionsausfällen führt und damit die unwirtschaftlichste Methode ist, ist die reaktive Wartung in vielen Industrieunternehmen auch heute noch gängige Praxis.

Die vorbeugende oder präventive Wartung nahm ihre Anfänge bereits in den 1960er Jahren und führte schnell zu einer höheren Verfügbarkeit der Anlagen sowie zu einer längeren Lebensdauer. Vor allem aber konnten Produktionsausfälle reduziert werden. Was zunächst Kosten verursachte, erwies sich schnell als gute Investition, selbst wenn die Methoden noch einfach waren: Entweder setzte man gleich auf die Erfahrung des Instandhalters oder strikte Wartungsintervalle anhand von Betriebsstunden gaben vor, wann der nächste Check-up zu erfolgen hatte.

Beide Varianten bergen Risiken, denn im ersten Fall hängt das Know-how an nur einer oder wenigen Personen, im zweiten Fall bleibt der tatsächliche Zustand der Anlage unberücksichtigt.

Zustandsorientierte Wartung

Unternehmen, die die Zuverlässigkeit und die Gesamtlebensdauer ihrer Anlage optimieren wollen, kombinieren Methoden der präventiven Wartung mit der zustandsorientierten Wartung. Ruland Engineering & Consulting, Spezialist für Anlagenbau, setzt seit vielen Jahren auf intelligente Wartung. „Entscheidend ist der richtige Mix verschiedener Instandhaltungsmethoden. Wer clevere Technologien einsetzt, kann den Aufwand minimieren und gleichzeitig die Verfügbarkeit der Anlage maximieren“, so Mathias Nauerth, Leiter der Serviceabteilung und Gesellschafter bei Ruland.

In einem hocheffizienten Produktionsumfeld können die Wartungs- und Instandhaltungskosten über die Hälfte der Produktionskosten betragen. Das erklärt, weshalb eine möglichst genaue Vorhersage über Schäden an der Anlage oder notwendige Wartungen immens wichtig ist. Die sogenannte zustandsorientierte Instandhaltung erfordert exakte Daten, die ständig ausgelesen werden und der Instandhaltung in Echtzeit zur Verfügung stehen müssen.

Mittels heutzutage relativ kostengünstiger Methoden wie Vibrationsmessung, Wärmebildtechnik oder Schmiermittelanalysen wird dafür stets der aktuelle Zustand der Anlage erfasst; kritische Komponenten wie Kompressoren, Wärmetauscher oder Schaltanlagen werden kontinuierlich überwacht. Die Daten bilden die Grundlage für einen optimalen Wartungsplan. Damit können notwendige Arbeiten gut geplant und vorbereitet werden, sodass sich ein eventueller Produktionsausfall auf einen minimalen Zeitraum beschränkt.

Ungewöhnliche Veränderungen hingegen können frühzeitig Hinweise auf mögliche Probleme geben und einen ungeplanten Stillstand verhindern. Reparatur- und Wartungsarbeiten können gegebenenfalls dann durchgeführt werden, wenn die Produktion ohnehin ruht, beispielsweise in den Nachtstunden oder am Wochenende. Voraussetzung für die präventive und vorausschauende Instandhaltung ist neben der gezielten Erfassung und Interpretation der aktuellen Produktionsdaten auch die passende Vernetzung verschiedener Anlagenkomponenten.

Unter dem wachsenden Druck in der Produktion wird eine zustands- orientierte Instandhaltung zum entscheidenden Erfolgsfaktor, denn sie optimiert die Gesamt-Performance der Anlage und damit die Profitabilität.

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