Wasseraufbereitung Wenn Beständigkeit gefragt ist: Welche Rolle spielen Kunststoffe bei der Wasseraufbereitung?

Redakteur: Dominik Stephan

Auch bei scheinbar so harmlosen Medien wie Wasser kann besondere Beständigkeit gefordert sein: Aufbereitungsverfahren und Reagenzien stellen Anforderungen, die sich mit metallischen Werkstoffen nur schwer wirtschaftlich umsetzen lassen. Schlägt jetzt die große Stunde für Kunststoffrohre im Wasserwerk?

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Werkshalle der Enviolet mit fertig montierter Anlage bereit für die Kundenabnahme
Werkshalle der Enviolet mit fertig montierter Anlage bereit für die Kundenabnahme
(Bild: Enviolet)

Ob mit UV-Licht oder Wasserstoffperoxid: Der Sonderanlagenbauer Enviolet hat sich auf UV-Reaktoren für die Aufbereitung schwieriger und komplexer Abwässer spezialisiert. „Unsere Anlagen sind darauf ausgelegt Schadstoffe im Wasser abbauen bzw. zu eliminieren. Dafür müssen sie höchsten Ansprüchen mit Blick auf Funktion und Qualität gerecht werden“, erklärt der Geschäftsführer Technik der Karlsruher, Dipl.Ing. Jürgen Weckenmann. Der Lohn der Mühe: Das so behandelte Abwasser gilt anschließend als rückstandsfrei.

Allerdings erfordert die UV/H2O2-Verfahrenstechnik des Unternehmens den Einsatz von PVC-C-Rohren, die eine höhere chemische Beständigkeit als ihre metallischen Pendants mitbringen, um Korrosion zu verhindern. „Gerade bei der Arbeit mit wässrigen Medien müssen die Teile unserer Anlagen unmittelbar ineinandergreifen und die genutzten Materialien chemische Beständigkeit aufweisen“ so Weckenmann: „Uns wurde schnell klar, dass das System Rohrleitungen, Fittings und Absperrorgane aus einem Guss sein musste, um die bei unseren Kunden geforderten Funktions- und Qualitätsanspruch zu erfüllen.“ Dafür brauchte es Zulieferer und Partner, die sowohl die notwendige Qualität und Funktionalität sicherstellen und die gesamten Rohrleitungssysteme aus einer Hand liefern können.

Fündig wurden die Anlagenbauer bei Henkel und Georg Fischer: Der Marktführer in Sachen Klebstoffe und der Rohrleitungsspezialist Georg Fischer arbeiten schon seit über 50 Jahren an Rohrsystemen aus Kunststoff bzw. ihrem Handling. Ein Ergebnis dieser Zusamenarbeit ist etwa die Tangit-Rapid-Klebetechnik, die viermal schneller aushärten soll als konventionelle Produkte. Der lösungsmittelfreie Klebstoff ist für das Verkleben von PVC-U und PVC-C Rohrleitungen nach EN14814 und EN ISO 15493 zertifiziert und ist somit auch für Rohrleitungen für besonders anspruchsvolle Anwendungen geeignet, erklären die Firmen.

Für Enviolet waren besonders die PVC-C-Rohrsysteme wichtig: Georg Fischer verfügt in diesem Bereich über ein breites Portfolio an Rohrleitungen und Fittings. Die korrosionsresistenten Rohrleitungssysteme sind optimal für den Umgang mit wässrigen Medien geeignet: „Kein anderes Unternehmen kann PVC-C-Rohrsystemlösungen in der Güte und Vollständigkeit liefern, wie Henkel und Georg Fischer“, erläutert der technische Geschäftsführer des Sonderanlagenbauers.

So schließt sich der Kreis: Tatsächlich ist nämlich der Kleberkönig selber Kunde bei Enviolet: Der Sonderanlagenbauer hat unter anderem erfolgreich eine Anlage für Henkel in Maribor konzipiert und umgesetzt - und die soll genauso sicher und medienbeständig halten wie in Karlsruhe.

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