Verpackungsmaschine der Zukunft

Wenn Automatisierung digitale Zukunft trifft

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Maschinen kommen auch ohne Schaltschrank aus

Die letzte Neuentwicklung, die für Furore sorgte, war 2014 die schaltschranklose Maschine, die das Prinzip der dezentralen Steuerung auf die Spitze treibt. Drei der intern unter dem Kürzel Uni-6 laufenden Maschinen sind schon beim Kunden im Einsatz, und bis Mitte dieses Jahres werden voraussichtlich zehn weitere gebaut und ausgeliefert. Die Serienproduktion der schalt- schranklosen Maschinen hat ab der zweiten Jahreshälfte 2016 begonnen. Dann gibt es Maschinen mit Schaltschrank nur noch auf Kundenwunsch.

Montageleistung soll steigen

Momentan beschäftigt sich das Schubert-Team mit den Fertigungszeiten. Der Anteil der Teilmaschinen soll bis 2020 von momentan 650 auf 1000 jährlich steigen. Schon jetzt ist der Standardisierungsgrad in der Fertigung hoch: Die Konstrukteure arbeiten mit dem TLM-Konfigurator, in dem alle Standardkomponenten in Form eines Auswahlkatalogs hinterlegt sind. Aus diesen Komponenten konfigurieren die Konstrukteure in einem CAD-Programm die Maschine. Das System erstellt eine Stückliste der benötigten Komponenten, die ins Produktionsplanungssystem wandert. Ziel ist es beispielsweise, bei einer Standardpickerlinie Lieferzeiten von fünf Wochen zu erreichen.

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„Wir wollen eine Maschine künftig in wenigen Stunden konstruieren“, betont Ralf Schubert. Damit das klappt, ist echtes Teamwork zwischen allen Bereichen gefragt: Materialwirtschaft und Logistik bis zur Konstruktion und Endmontage – ein eigens installiertes Managementsystem optimiert deshalb die Zusammenarbeit über die Bereiche und Abteilungen hinweg.

Digitalisierung ist Trumpf

Triebfeder der laufenden Projekte ist die Digitalisierung. Schubert beobachtet die internationalen Trends sehr genau und stellt fest, dass die Grenzen zwischen den Branchen verschwimmen. Noch sind deutsche Maschinenbauer führend, und die Entwicklung der dazugehörigen Steuerungssoftware ist eine deutsche Spezialität. Doch Google baue inzwischen nicht nur Autos, sondern auch Roboter. „Wir dürfen das Feld der Digitalisierung nicht den Softwareriesen überlassen. Wenn wir als Maschinenbauer uns nicht um die Vernetzung kümmern, wird Google es tun“, warnt er.

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Über den Autor

 Anke Geipel-Kern

Anke Geipel-Kern

Leitende Redakteurin PROCESS/Stellvertretende Chefredakteurin PharmaTEC, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik