USA: Chemiebranche Weniger Regulierung: US Chemie hofft auf Trump-Effekt

Redakteur: Dominik Stephan

Wird die Chemische Industrie in den USA zum großen Profiteur der Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten? Der Branchenverband NACD jedenfalls setzt auf Einfuhrzölle und weniger Regulierungen.

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Hoffen auf Trump? Für die US-Chemie könnte diese Strategie aufgehen.
Hoffen auf Trump? Für die US-Chemie könnte diese Strategie aufgehen.
(Bild: Public Domain / CC0 )

Phoenix/Arizona/USA – Wie das US Fachmedium Chemical Week berichtet, hat die Vizepräsidentin des amerikanischen Chemikalienhändlerverbandes NACD (National Association of Chemicals Distributors), Jennifer Gibson, sich für ein Ende des „unterdrückerischen“ Regelwerkes der Obama-Jahre stark gemacht. Trotzdem würde es Jahre dauern, die unter der jetzigen Regierung eingeführten Regeln und Gesetze abzuschaffen, so Gibson bei einer Tagung in Phoenix. Auch hofft die Branche durch den von Trump angekündigten Ausbau des Schiefergas-Frackings sowie der geplanten Einführung von Strafzöllen auf ausländische Produkte auf eine steigende Binnen-Nachfrage.

Ein besonderer Dorn im Auge der US-Industrie ist der kürzlich eingeführte Frank R. Lautenberg Chemical Safety Act, eine Anpassung des Toxic Substances Control Acts (TSCA), der der US-Umweltbehörde EPA umfangreiche Rechte beim Festlegen und Durchsetzen von Deadlines zur Evaluation auch von bereits am Markt eingeführten Chemikalien gibt. Hierdurch entstünden den Firmen erhebliche Kosten und Mehraufwände, so die NACD.

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Ganz anders stellt sich die Situation für die Industrie in Europa und anderen Teilen der Welt dar. Besonders die deutsche Chemie ist verunsichert: Schließlich sind die USA der mit Abstand wichtigste Exportmarkt der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie: 11,4 Prozent aller Ausfuhren von chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen gingen 2015 in die Vereinigten Staaten. Knapp 20 Milliarden Euro erlösten die Unternehmen im Handel mit US-amerikanischen Kunden.

Auch als Produktionsstandort im Ausland spielen die USA die erste Geige in der globalen Strategie der deutschen Chemie: Die rund 140 Tochterunternehmen in den USA, in denen 71 000 Menschen arbeiten, erwirtschafteten zuletzt einen Umsatz von über 61 Milliarden Euro.

Noch könnte die EPA derartigen Plänen eine Strich durch die Rechnung machen: Die Behörde hat angekündigt, bereits beschlossene Vorhaben mit Nachdruck zu verfolgen und nach Möglichkeit vor der Amtsübergabe an Trump umzusetzen.

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