Power-to-Gas-Projekt Weltweit größte Elektrolyse-Anlage arbeitet in Mainz

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Im Energiepark Mainz wurde die weltweit größte Elektrolyse-Anlage ihrer Art eingeweiht. In dem Forschungsprojekt wollen Linde, Siemens, Hochschule RheinMain und die Stadtwerke Mainz größere Mengen Wasserstoff mit erneuerbar hergestelltem Strom produzieren als bisher.

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Das Wasserstoff-Elektrolysesystem von Siemens erzeugt im Energiepark Mainz Wasserstoff aus Stromüberschüssen. Die Anlage kann bis zu sechs Megawatt Strom aufnehmen.
Das Wasserstoff-Elektrolysesystem von Siemens erzeugt im Energiepark Mainz Wasserstoff aus Stromüberschüssen. Die Anlage kann bis zu sechs Megawatt Strom aufnehmen.
(Bild: Siemens)

Mainz – Eine elektrische Anschlussleistung von sechs Megawatt aus erneuerbar erzeugtem Strom und eine Produktionskapazität von bis zu 1000 Kubikmetern Wasserstoff pro Stunde: Dies sind die beeindruckenden Daten der weltweit größte Elektrolyse-Anlage ihrer Art. Sie wurde nun im Energiepark Mainz eingeweiht.

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Neben dem Messegelände in Mainz-Hechtsheim steht die Elektrolyse-Halle des Energieparks Mainz – ein Gebäude von der Größe eines Lebensmittelmarktes. In einem Forschungsprojekt wollen Linde, Siemens, die Hochschule RheinMain und die Stadtwerke Mainz größere Mengen Wasserstoff mit erneuerbar hergestelltem Strom produzieren als die kleine Pilotanlagen bisher konnten. Den Großteil des Stroms liefern dafür vier benachbarte Windenergie-Anlagen.

PEM-Druckelektrolyse

Herzstück der Mainzer Anlage ist die Elektrolyse-Halle mit einem von Siemens entwickelten Wasserstoff-Elektrolysesystem. Die Forscher installierten eine hochdynamische sogenannte PEM-Druckelektrolyse, die sich besonders für hohe Stromdichten eignet und innerhalb von Millisekunden auf die großen Sprünge bei der Stromproduktion von Wind- und Solaranlagen reagieren kann.

„Durch die Wasserstoffelektrolyse lassen sich gerade die erneuerbaren Energien effizienter in die Stromnetze einbinden. Ein momentaner Energieüberschuss kann abgefangen, gespeichert und weiterverwendet werden“, sagte Siemens-Vorstand Prof. Siegfried Russwurm anlässlich der Eröffnung.

Weitere Tests...

Die Energie aus den Windkraft lässt sich in Form von Wasserstoff dann nahezu beliebig lange speichern. Mit Tankwagen kann vom Energiepark aus zudem das wachsende Netz an Wasserstoff-Tankstellen beliefert werden, um dort emissionsfreie Brennstoffzellen-Fahrzeuge zu betanken. „Hier im Energiepark Mainz kann genug davon produziert werden, um 2000 Brennstoffzellen-Pkw zu versorgen”, sagt Linde-Vorstand Dr. Wolfgang Büchele.

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher nun weitere Tests durchführen. „Wir wollen über einen längeren Zeitraum mit verschiedenen Betriebsbedingungen erproben, wie etwa der hochdynamische Betrieb mit externen Anforderungen aus dem Stromsystem organisiert werden muss“, so Jonas Aichinger, Koordinator des Forschungsprojektes.

...und nächste Projektetappe

Die Entwickler wollen aber auch die Anbindung der Power-to-Gas-Anlage an die Strombörse und den Markt für Regelenergie erproben. „Welche Strommengen aus welchen Quellen in die Anlage fließen, wird Ergebnis der technisch-wirtschaftlichen Optimierung sein,“ erklärt Aichinger weiter.

Ein Informationszentrum (siehe Bildergalerie) auf dem Gelände erklärt Besuchern die Funktionsweise der Wasserstoff-Elektrolyse und die Stellung von Speichertechnologien im zukünftigen Energiesystem.

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