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Rohstoffpreise April 2016

Weltrohstoffpreise ziehen wieder an

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Nach monatelanger Talfahrt steigen die Rohstoffpreise wieder merklich an.
Nach monatelanger Talfahrt steigen die Rohstoffpreise wieder merklich an. (Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Der Trend des vergangenen Monats bestätigt die Prognosen: Die Weltrohstoffpreise steigen wieder. Die Experten der Industriebank IKB bewerten die Entwicklungen auf den Weltrohstoffmärkten und erklären einzelne Rohstoffpreise.

Düsseldorf – Die Weltrohstoffpreise sind im Verlauf des März um 14 % angestiegen. Der Anstieg der Rohstoffpreise in Euro bewegte sich in der gleichen Größenordnung. Da sich Erwartungen auf eine erneute Zinserhöhung in den USA nicht erfüllten gab der US-Dollar zum Euro wieder nach.

Insgesamt notierte vor allem der Rohölpreis deutlich fester und oszillierte um die Marke von 40 Dollar je Barrel Brent. Da das Angebot noch nicht weiter ausgeweitet wurde dürfte sich die Überschussproduktion im Jahr 2016 auf rund 0,65 mbd (Million Barrel per Day) reduzieren. Im Durchschnitt des Jahres 2015 waren es noch 2 mbd. Neben einer um 1,25 mbd höheren Nachfrage trägt auch das Schließen der aktiven Bohrlöcher in den USA dazu bei. Diese sind im März 2016 auf unter 400 gesunken, nachdem es noch im Oktober 2014 über 1600 waren.

Sanktionen und Krisen in Bürgerkriegsregionen senken Ölfördermengen

Zwar strebt der Iran eine Erhöhung seiner Fördermenge um 1 mbd auf rund 4 mbd – das entspricht seiner Fördermenge vor Beginn der Sanktionen – an, dies erfordert jedoch erhebliche Investitionen, deren Umsetzung wir nicht vor der ersten Hälfte 2017 abgeschlossen sehen. Zuletzt konnte der Iran jedoch seine Förderung um rd. 0,15 mbd erhöhen und somit den krisenbedingten Rückgang im Irak kompensieren. Die Rohölförderung in Libyen ist unverändert auf sehr niedrigem Niveau. Der Bürgerkrieg dürfte nach Beendigung ebenfalls hohe Investitionsanstrengungen erfordern um auf die frühere Fördermenge zurückzukehren. Die Rohölvorräte in den USA befinden sich auf einem sehr hohen Niveau und dämpfen daher den Preisanstieg.

Insgesamt sieht die IKB den Rohölpreis im Verlauf des zweiten Quartals in einer Bewegung um die Marke von 40 Dollar je Barrel Brent mit einer Bandbreite von +/- 10 Dollar. Nach einem vergleichsweise milden Winter sind die Gasvorräte in der EU auf einem hohem Niveau. Da sich auch keine Versorgungsengpässe abzeichnen, ist von einer weiteren leichten Entspannung der Gaspreise auszugehen. In Bezug auf den Wechselkurs gehen wir für den US-Dollar zum Euro im Verlauf des zweiten Quartals von einer Bewegung um die Marke von 1,10 Dollar je Euro aus.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Rückblick:

Rohstoffpreise März 2016: Ist die Talfahrt der Rohstoffpreise beendet?

Rohstoffpreise Februar 2016: Kommt jetzt die Frühjahrsbelebung auf den Rohstoffmärkten?

Rohstoffpreise Januar 2016: Rohstoffpreise auch zu Beginn des Jahres weiter auf Talfahrt

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