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Druckluft in der Getränkeindustrie Welcher Kompressor eignet sich für welche Anwendung?

| Autor / Redakteur: Frank Hilbrink / Dr. Jörg Kempf

Da selbst kleinste Mengen Öl ganze Produktchargen kontaminieren und zu einem Produktionsausfall führen, sind ölgeschmierte Kompressoren in der Getränkebranche tabu. Der Beitrag soll bei der Wahl des richtigen Kompressors helfen.

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Öl streng verboten! Da gibt es in der Getränkeindustrie kein Wenn und Aber.
Öl streng verboten! Da gibt es in der Getränkeindustrie kein Wenn und Aber.
(Bild: © fotohansel TUNINGFOTOJOURNAL / Fotolia.com)

In der Getränkebranche ist die zuverlässige Versorgung mit 100 % ölfreier und reiner Druckluft grundlegende Voraussetzung für einen effizienten und lebensmittelgerechten Betrieb. Mithilfe von Druckluft werden Produkte gefördert, pneumatische Stellantriebe und Ventile gesteuert, Flüssigkeiten abgefüllt und Behälter ausgeblasen. Weitere Einsatzgebiete sind Reinigungs- und Trocknungsprozesse sowie die Herstellung von PET-Flaschen.

Getränkehersteller arbeiten häufig im Dreischichtbetrieb und damit rund um die Uhr. Für effiziente Arbeitsprozesse müssen Druckluftkompressoren zuverlässig und wartungsarm sein. Betreiber haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Typen. Entscheidungskriterium ist je nach Anwendung das Kosten-Nutzen-Verhältnis hinsichtlich Betrieb, Wartung und Steuerung.

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Boge Kompressoren deckt die komplette Bandbreite von 2 bis 355 kW ab. Je nach Einsatzgebiet bietet das Unternehmen Kolbenkompressoren mit einer Leistung bis 11 kW, Scrollkompressoren mit einer Leistung bis 22 kW, Schraubenkompressoren mit einer Leistung von 30 bis 45 kW (Bluekat) und ölfreie Schraubenkompressoren ab 45 kW sowie High Speed Turbo-Kompressoren (Boge HST) mit einer Leistung ab 110 kW.

Welcher Kompressor kommt nun wann am besten zum Einsatz?

Einsatz von Kolben- und Scrollkompressoren

Kolben- und Scrollkompressoren punkten mit einer energiesparenden Fahrweise und sind häufig in kleineren Betrieben im Einsatz. Kolbenkompressoren sind die ideale Wahl, wenn der Geräuschpegel keine Rolle spielt. Die Maschinen sind robust, langlebig und wartungsarm. Auch häufiges An- und Abschalten bei schwankendem Druckluftbedarf wirkt sich nicht negativ auf ihre Lebensdauer aus. Die Maschinen arbeiten sehr effizient und stellen die Druckluft dann bereit, wenn diese auch wirklich benötigt wird. Sie verdichten die Luft auf bis zu 40 bar und sind deshalb z.B. für das Blasformen von PET-Flaschen geeignet.

Der Boge-Kolbenkompressor ist für einen S1-Betrieb ausgelegt und damit für 100-prozentigen Dauerlauf geeignet. Häufig sind derartige Maschinen nur zu 75 % im Einsatz, da ansonsten die Gefahr der Überhitzung besteht.

Scrollkompressoren sind eine Alternative zum Kolbenkompressor, wenn ein leiser Lauf gefordert ist. Die Maschinen sind robust konstruiert, benötigen wenig Platz und sind leicht zu bedienen. Aufgrund der rotierenden Technik sind sie vibrationsarm und damit leise, was sie für die Aufstellung im arbeitsplatznahen Umfeld prädestiniert.

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