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ACHEMA-Trendbericht Chemieanlagenbau-Konzepte

Welche Entwicklungen bestimmen den Chemieanlagenbau?

04.01.2009 | Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Vom 11. bis 15. Mai werden auf der ACHEMA 2009 Anbieter wie Betreiber intensiv über moderne Anlagenkonzepte diskutieren. Bild: Archiv
Vom 11. bis 15. Mai werden auf der ACHEMA 2009 Anbieter wie Betreiber intensiv über moderne Anlagenkonzepte diskutieren. Bild: Archiv

Bei der Herstellung von Biodiesel aus Rapsöl fällt als Nebenprodukt Rohglycerin an. Wissenschaftler am IGB haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Rohglycerin in 1,3-Propandiol umsetzen lässt – einen chemischen Grundstoff für die Herstellung von Polyestern oder Holzlacken. Bislang wird 1,3-Propandiol chemisch synthetisiert. Es gibt aber auch Mikroorganismen, die Glycerin zu 1,3-Propandiol umsetzen. So produziert das Bakterium Clostridium diolis den chemischen Grundstoff für die Herstellung von Polyestern oder Holzlacken in vergleichsweise hoher Ausbeute. Aus Rapsöl lässt sich noch ein weiteres chemisches Zwischenprodukt gewinnen – langkettige Dicarbonsäuren. Sie können bei der Herstellung von Polyamiden und Polyestern eingesetzt werden.

Ein Abfallprodukt bei der Herstellung von Milchprodukten ist Sauermolke. Bislang wird die Molke teuer entsorgt. Mit Hilfe von Milchsäurebakterien lässt sich der in der Sauermolke enthaltene Milchzucker (Lactose) jedoch zu Milchsäure (Lactat) umsetzen. Lactat dient nicht nur als Konservierungs- und Säuerungsmittel in der Lebensmittelherstellung, sondern kann auch als Grundstoff in der chemischen Industrie eingesetzt werden – zum Beispiel in der Produktion von Polylactiden, biologisch abbaubaren Kunststoffen. Einweggeschirr und Schrauben für die Chirurgie aus Polymilchsäure gibt es bereits.

Operational Excellence im Anlagenbetrieb

Dass wir in Deutschland im globalen Wettbewerb nicht mit Niedriglöhnen konkurrieren können, ist mehr oder weniger Konsens. Im Übrigen spielen Personalkosten in der Prozessindustrie sowieso eine eher untergeordnete Rolle, das zeigt der Blick auf die Kostenstruktur: Gerade einmal zehn Prozent der Produktionskosten entfallen auf das Personal. Kapitalkosten und die Beschaffung von Energie und Rohstoffen sind die wahren Kostentreiber einer verfahrenstechnischen Produktion. Schlussfolgerung: Nicht niedrige Lohnkosten, sondern die besseren Methoden und effizienteren Prozesse sind für die Chemie im internationalen Wettbewerb entscheidend.

Das ist aber nicht trivial, erfordern doch zukunftssichere Produktionsprozesse tiefgreifende technologische Verfahrenskompetenz, heißt es bei Bayer Technology Services. Das Erfassen der Produktqualität in Echtzeit sei für die ‚Operational Excellence‘ im Anlagenbetrieb von fundamentaler Bedeutung. Nahezu alle dafür erforderlichen Parameter könnten mit Online-Prozessanalysen-Systemen erfasst werden. Entscheidend sei darüber hinaus, dass die Informationen über den kompletten Produktionsprozess zur Verfügung stehen und automatisiert in den Prozess eingegriffen werden kann.

 

Trends auf einen Blick

 

Nutzung von effizienten IT-Werkzeugen

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