Suchen

Studie: Bioökonomie Welche Einsatzmöglichkeiten bestehen für biobasierte Rohstoffe aus Deutschland?

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Um neue Absatzmöglichkeiten für biobasierte Produkte zu eruieren, hat das Spitzencluster Bio Economy im vergangenen Jahr eine große Marktpotentialstudie zu Lösungen und Anwendungen im Bereich Bioökonomie in Auftrag gegeben. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, das Buchenholz auch auf absehbare Zeit einer der attraktivsten nachwachsenden Rohstoffe bleibt. Für biobasierte Aromate bestehen zudem gute Absatzmöglichkeiten.

Firmen zum Thema

Buchenholz ist auf absehbare Zeit einer der attraktivsten nachwachsenden Rohstoffe.
Buchenholz ist auf absehbare Zeit einer der attraktivsten nachwachsenden Rohstoffe.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Halle – Die Studie bietet einen Überblick über bioökonomische Bedarfe in verschiedenen internationalen Branchen und zeigt mögliche Markteintrittsbarrieren in der holzbasierten Bioökonomie auf. Auf absehbare Zeit bleibt Buchenholz einer der attraktivsten nachwachsenden Rohstoffe, da ein wachsendes Angebot bisher nur auf eine Nachfrage nach Brennholz mit geringer Wertschöpfung trifft. Aufgrund mengenmäßig hoher Verfügbarkeit stellen Fichte und Kiefer zwar geeignete Alternativen dar, allerdings besteht bei diesen Nadelhölzern hohe Konkurrenz im Bereich stoffliche und energetische

Nutzung.

Basierend auf den Stärke-Schwächen Analysen der untersuchten Holz-Wertschöpfungsketten offenbart die Studie attraktive Absatzmöglichkeiten für biobasierte Aromaten, wie zum Beispiel Dihydroeugenol. Weil der Aromaten-Markt bislang nur wenig konsolidiert ist und kaum Konkurrenz durch petro- oder biobasierte Alternativen besteht, können in diesem Marktsegment bereits heute hohe Gewinne für geringe Stoffmengen erzielt werden.

Steigende Nachfrage nach Cellulosefasern

Bereits seit zehn Jahren stellen Cellulosefasern einen stark wachsenden Markt dar, für den das Nova Institut in seiner Untersuchung ein weiteres jährliches Wachstum von 5 bis 10 % prognostiziert. Es sei davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren neue Prozesstechnologien Marktreife erreichen, mit denen die Eigenschaftsprofile der Cellulosefasern weiter ausgebaut und nutzbar gemacht werden können. Vor allem im Bereich Mikropartikel sei dabei eine steigende Nachfrage nach Cellulosefasern zu erwarten.

Als branchenübergreifender Wertschöpfungsverbund vereint das in Mitteldeutschland ansässige Spitzencluster Bio Economy Forschungseinrichtungen und mittelständische Unternehmen der holzerzeugenden und -verarbeitenden Industrie mit der chemischen und energiewandelnden Industrie aus ganz Deutschland und hat sich auf die wertschöpfende Nutzungskaskade von einheimischem Buchenholz spezialisiert. Um herauszufinden, welche der in Entwicklung befindlichen Zwischen- und Endprodukte der Partner international besonderes Marktpotential besitzen und welche Faktoren einen Markteintritt erleichtern sowie beschleunigen können, beauftragte das Cluster 2016 das Nova-Institute für politische und ökologische Innovation mit einer umfassenden Untersuchung.

Am 10. und 11. Mai bietet die 6. International Bioeconomy Conference in Halle an der Saale die Möglichkeit, sich vor Ort mit dem Spitzencluster Bio Economy und seinen Partnern über die Studie auszutauschen und das Potential eigener Produkte sowie Lösungen auszuloten. Die Konferenz, die jährlich vom WissenschaftsCampus Halle in Kooperation mit dem Spitzencluster veranstaltet wird, zählt zu den renommiertesten Veranstaltungen der Bioökonomie in Deutschland und versammelt herausragende wissenschaftliche Vertreter, Entscheidungsträger, Markeninhaber und Unternehmen aus ganz Deutschland sowie Europa.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44652543)