Armaturen Wasser marsch! Warum Armaturenhersteller die Nachhaltigkeit entdecken

Von Dominik Stephan

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Jahrelang schienen die Fronten geklärt: Ökos und Naturfreunde forderten mehr Nachhaltigkeit, die Industrie gab sich zögerlich. Doch damit ist Schluss – in Zeiten in denen CEOs sich ganz unironisch ‚Aktivisten‘ nennen, setzen auch ganz klassische Maschinen-, Anlagen- und Apparatebauer auf das grüne Pferd. Die Armaturenhersteller jedenfalls trommeln für das Thema – nicht ganz uneigennützig, möchte man meinen.

Der Megatrend Nachhaltigkeit erreicht die Armaturen.
Der Megatrend Nachhaltigkeit erreicht die Armaturen.
(Bild: / CC0 )

Wasser: So unscheinbar und doch so unersetzlich. Rund 123 Liter nutzt jeder Mensch in Deutschland – in bester Trinkwasserqualität. Etwa die gleiche Menge Wasser wird für die Herstellung von einer Jeanshose benötigt. Ein Kilo Avocados – das sind etwa zwei bis drei der durstigen Früchte – brauchen bis zu 1000 Liter, bevor sie auf den Tisch kommen. Wasser ist wertvoll – meint auch der VDMA. „Die deutschen Armaturenhersteller kennen die vielfältigen Herausforderungen der Wasserversorgung genau“, erläutert Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Armaturen. „Ziel bleibt, den verantwortungsvollen Umgang mit unserer wertvollen Ressource zu fördern.“

Das Mittel zum Zweck: Armaturen – klar – aber zunehmend auch digitale Services und Add-Ons, erklärt der Verband. Und nicht nur Wasser: Kaum ein Nachhaltigkeitsthema (und erst Recht nicht der Megatrend Wasserstoff) kommt ohne Industriearmaturen aus, so der VDMA.

Die deutschen Hersteller sind aber auch in Ländern und Regionen erfolgreich, in denen vorrangig grundlegende Produkte und Services gefragt sind: So hatte sich 2021 nach einem Corona bedingt schwachen Vorjahr das Exportgeschäft rasch erholt. Insgesamt wurden Industriearmaturen im Wert von rund 4,5 Milliarden Euro aus der Bundesrepublik exportiert. Das entspricht einem Anstieg von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Armaturen bleiben gefragt

Das Geschäft mit dem wichtigsten Handelspartner China hat rasch Fahrt aufgenommen und liegt mit plus 11,4 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau. Es wurden Armaturen im Wert von 619,7 Millionen Euro in die Volksrepublik geliefert.

Die Ausfuhren in das zweitwichtigste Abnehmerland USA stiegen dagegen nur um 5,7 Prozent auf 383,2 Millionen Euro. Sie liegen damit noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 436,4 Millionen Euro. Die Exporte nach Frankreich nahmen um kräftige 14,5 Prozent zu. Das Land behauptet somit weiterhin Platz drei der wichtigsten Absatzmärkte mit einem Abnahmevolumen von 257,6 Millionen Euro.

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Auftragsstau bei Armaturen

Insgesamt hat die deutsche Industriearmaturenbranche 2021 nur ein leichtes Umsatzplus von ein Prozent erzielt. Das Inlandsgeschäft stagnierte. Nur das Geschäft im Euro-Raum erholte sich kräftig und kletterte um elf Prozent. Im Laufe des Jahres füllten sich die Auftragsbücher. „Bedingt durch Materialmangel und Lieferengpässe konnten die Hersteller zahlreiche Orders noch nicht abarbeiten“, hebt Burchard hervor. “Infolge des Krieges in der Ukraine und der Corona-bedingten Teil-Lockdowns in China haben sich die Lieferengpässe unlängst nochmals verschärft. Wir rechnen daher nur mit einem zögerlichen Abbau des hohen Auftragsstaus.“

Material- und Lieferengpässe bremsen die deutschen Armaturenhersteller aus.
Material- und Lieferengpässe bremsen die deutschen Armaturenhersteller aus.
(Bild: VDMA )

Im ersten Quartal machten sich beim Auftragseingang noch keine Folgen des Krieges bemerkbar. Die Bestellungen nahmen um 12 Prozent zu. Auch der Umsatz lag noch 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Inland ging der Umsatz infolge eines schwächeren Jahresstarts um zwei Prozent zurück. Im Ausland wurde dagegen 21 Prozent mehr umgesetzt. (dst)

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