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Umfrage Durchfluss-Messgeräte

Was wollen Anwender von Durchfluss-Messgeräten wirklich?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Sabine Mühlenkamp / Dr. Jörg Kempf

Spiegelbild der Branche

Die Anwender-Umfrage repräsentiert einen guten Querschnitt durch die Prozessindustrie. Unter den Befragten ist die Hälfte in der klassischen Chemie tätig, Anwender in den Branchen Pharma, Lebensmittel und Energiewirtschaft (je ca. 11%) nehmen ein gutes Drittel ein, Öl/Gas/Petrochemie sowie die Branche Wasser/Abwasser folgen mit je 7%. Dabei war rund ein Drittel in Unternehmen mit mehr als 10 000 Mitarbeitern beschäftigt, ein Viertel arbeitet in mittelständischen Betrieben und 17% in Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern. Knapp ein Viertel der Befragten kaufen pro Jahr mehr als 500 Durchflussmessgeräte, die meisten (über 60%) liegen jedoch in der Größenordung von unter 100 Messgeräten pro Jahr.

27% aller Befragten gaben an, dass mindestens 75% ihrer Durchflussmessgeräte ex-geschützt sind, 34% benötigen gar keinen Ex-Schutz. Die typischen Größen liegen bei 62% der Befragten zwischen DN 15 und DN 80, kleiner als DN 15 benötigen 22% der Befragen (die im Übrigen auch den größten Entwicklungsbedarf anmeldeten), und 15% hatten Bedarf bei den großen Abmessungen, also größer als DN80. Für diese Einsatzfälle hat Endress+Hauser im vergangenen Jahr den Proline Promass X-DN 350 vorgestellt. Damit lassen sich Durchflussmengen von bis zu 4 100 Tonnen pro Stunde mit einer Genauigkeit von 0,05% vom Messwert erfassen.

Für drei Viertel der Befragten genügt die Druckstufe PN40, ein Viertel braucht Messgeräte mit einer Druckstufe größer PN40. Interessant ist auch die Kommunikation. Nach wie vor sind 4…20mA vorherrschend (57%), Hart folgt mit 39%. Über den Feldbus wird immerhin bereits ein Viertel aller Durchflussmessgeräte eingebunden. Hier scheint sich also das Bild langsam zu wenden.

Obwohl die Namur bereites vor einigen Jahren die Entwicklung einer Gerätebaureihe „Namur-Standard-Gerät“ angestoßen hat, bei der die Geräteeigenschaften auf das notwendige Maß beschränkt und trotzdem 80% der üblichen Anwendungsfälle abgedeckt sind, kennt lediglich ein Drittel der Anwender die hieraus folgenden Spezifikationen. Für diese ist das allerdings eine Kaufentscheidung, und für gut die Hälfte der Befragten könnte das „Namur-Standard-Gerät“ zukünftig eine Überlegung wert sein.

Wunschzettel der Anwender

Über 82% der Befragten sind mit dem Angebot an Durchflussmessgeräten auf dem Markt zufrieden, auch über die Funktionen der etablierten Messverfahren äußern sich drei Viertel der Befragten positiv. Einige Wünsche bleiben dennoch offen, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen. So wurde die Geräteverifikation und erweiterte Diagnosemöglichkeiten im Klartext, bzw. ohne persönliche Interpretation der Messdaten, genannt.

Ganz konkret wird ein Anwender bei Vortex-Anwendungen. „Im Falle einer Richtungsänderung der Durchströmung zeigen sämtliche Vortex-Messeinrichtungen weiterhin Durchflusswerte an. Eine Option, die ein Wegschalten von unkorrekten Signalen ermöglicht, die auf umgekehrter Fließrichtung basieren, fehlt mir bei der heutigen Gerätegeneration (z.B. Einsatz von Vortex-Messungen in Dampfnetzen bei bidirektionalen Durchfluss)“.

Ganz praktisch ist der Wunsch „eines Durchflusspfeiles an einer Örtlichkeit, die später (z.B. Dampfdurchflussmessungen) nicht einisoliert wird“. Eine dritte Forderung betrifft die unterschiedlichen Einbaumaße. Diese liegt für z.B. Vortexmessung DN 150 in Flanschausführung bei Hersteller A bei 300 mm und bei Hersteller B bei 270 mm. Folgender Anwender-Vorschlag klingt pragmatisch: Entweder die Hersteller einigen sich auf einheitliche Einbaumaße oder bieten zumindest das nötige mechanische Equipment für einen schnellen Austausch an.

Ergänzendes zum Thema
 
Das kritisieren die Anwender

Gasanteile und Lufteinschlüsse sind Herausforderung

Die Messung des Gasgehalts der Flüssigkeit während der Massedurchflussmessung, um die dadurch bedingte Verfälschung der Messwerte (Durchfluss und Dichte) zu kompensieren, ist eine weitere Anwenderforderung. Dies Problem lässt sich eventuell mit der Neuentwicklung von Krohne, dem Optimass 6400, dem nach eigenen Angaben weltweit ersten Coriolis Masse-Durchflussmessgerät mit Entrained Gas Management (EGM), lösen.

In der Tat stellen Gasanteile oder Lufteinschlüsse eine Herausforderung für Masse-Durchflussmessgeräte dar, da die Relativbewegung der verschiedenen Phasen die Schwingung des Messrohrs dämpft. Diese Dämpfung führt zu inkonsistenten Schwingungsamplituden des Messrohrs, die die Geräteelektronik bei der Suche nach der Eigenresonanzfrequenz des Messrohrs stören. Der Optimass 6400 folgt dank des EGM der tatsächlichen Schwingung des Messrohrs und filtert die Störungen heraus.

Welche weiteren Anwendungen stellen immer noch große Herausforderungen dar? Das erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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