Evolution statt Strategie Was Unternehmen von der Natur lernen können

Redakteur: Stéphane Itasse

Können Erfolgsrezepte aus der Natur auf die Unternehmensführung übertragen werden? In einer Untersuchung erfolgreicher Unternehmen fanden sich erstaunliche Übereinstimmungen mit den biologischen Prinzipien. Vom fraktalen Prinzip bis hin zur Symbiose bietet die Natur zahlreiche Anregungen, die in der Unternehmensführung angewendet werden können.

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Das fraktale Prinzip am Beispiel eines Romanesco – dergestalt organisierte Unternehmen sind oft sehr erfolgreich. (Bild: Business Village)
Das fraktale Prinzip am Beispiel eines Romanesco – dergestalt organisierte Unternehmen sind oft sehr erfolgreich. (Bild: Business Village)

Modelle und abstrakte Theorien zur erfolgreichen Unternehmensführung gibt es viele. In die Praxis übertragen, offenbaren sie schnell was sie sind: Modelle und Theorien. Fragt man Unternehmenslenker ob das alles so funktioniert hat lautet die Antwort häufig „Teils, Teils“. Wer aber als Antwort ein klares „Ja, es funktioniert“ hören will, sollte die neuen alten Methoden beiseite schieben und der Natur über die Schulter schauen.

Methoden der Natur bewähren sich seit Millionen von Jahren

Deren praxiserprobte Erfolgsrezepte funktionieren seit Jahrmillionen und tatsächlich gibt es sehr erfolgreiche Unternehmen, die es intuitiv der Natur gleich tun. In technischen Disziplinen hat sich dieses Vorgehen unter dem Namen Bionik (eine Wortkombination aus Biologie und Technik) schon seit einigen Jahrzehnten bewährt.

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Im Bereich der Unternehmensführung wurden nun zahlreiche Unternehmen, darunter auch viele Wachstums-Champions, das heißt, Unternehmen die schneller wachsen als ihre Konkurrenz, untersucht. Dabei fanden sich erstaunliche Übereinstimmungen mit den biologischen Prinzipien.

Der Mathematikprofessor Benoît Mandelbrot prägte den Begriff „Fraktal“. Dabei handelt es sich vereinfacht ausgedrückt um das Phänomen, dass die Teilelemente die gleichen Strukturen haben wie das große Element, dem sie angehören.

Es tauchen immer wieder die gleichen Strukturen auf, egal in welcher Vergrößerung das Element mikroskopisch betrachtet wird. Zu beobachten ist dieses fraktale Prinzip bei Blutgefäßen und Farnen. Besonders gut sichtbar ist es bei der Blumenkohlart Romanesco, siehe Bild 1.

Fraktale als Vorbild der Unternehmensorganisation

In den 90er Jahren experimentierten Unternehmen mit der fraktalen Organisationsform. Sie gingen von der Annahme aus, dass die kleinste unternehmerische Einheit ein Mitarbeiter sei, der wie ein Unternehmen im Unternehmen tickt.

Mettler-Toledo, der Weltmarktführer unter den Waagenherstellern, galt damals als fraktales Vorzeigeunternehmen. Das Unternehmen verstand es, an die Selbstverantwortung seiner Mitarbeiter zu appellieren und auf diese Weise Kleinserien und Großserien in wechselnden Rhythmen gewinnerzielend herzustellen. Im gleichen Zusammenhang zog die Automobilindustrie damals die teilautonome Fertigung in der Produktion als neue Leitlinie ein.

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