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Innovationskultur Was ist aus dem Land der Erfinder geworden?

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Was muss getan werden, um Innovationen in der chemischen Industrie zu fördern? Was steht dem entgegen? Antworten auf diese Fragen gibt eine neue Studie von IW Consult und der Unternehmensberatung Santiago im Auftrag des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI). Was gut ist, und wo es klemmt.

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Wo sind die Innovationen? Antworten gibt eine neue VCI-Studie.
Wo sind die Innovationen? Antworten gibt eine neue VCI-Studie.
(Bild: industrieblick)

„Deutschland ist ein guter Standort für die chemisch-pharmazeutische Industrie. Doch Länder wie China, Indien und Korea holen als Forschungsstandorte rasch auf. Unternehmen und Politik müssen gemeinsam dafür sorgen, dass Deutschland auch in Zukunft ein attraktiver, leistungsstarker Innovationsstandort bleibt“, sagte VCI-Präsident Dr. Marijn Dekkers bei der Vorstellung der Studie „Innovationen den Weg ebnen“ in Frankfurt.

Innovationskultur der Branche verbessern

Als größtes internes Hemmnis identifiziert die Studie die innerbetriebliche Innovationskultur. Als Gründe gaben die Firmen unter anderem eine zu hohe Zahl an Projekten, innerbetriebliche Bürokratie und lange Entscheidungswege an. Für gut ein Drittel sind die Abläufe zu wenig auf solche Innovationen ausgerichtet, die einen Markt komplett verändern können.

Die Autoren der Studie empfehlen eine klare und langfristig angelegte Innovationsstrategie sowie ein klares Produktportfolio. Sie empfehlen einen stärkeren Fokus auf disruptive Innovationen und neuartige Geschäftsmodelle. Eine auf Innovationen ausgerichtete Unternehmenskultur muss durch die Unternehmensleitung vorgelebt, Freiräume zur Verfügung gestellt und Personalsysteme angepasst werden. Unternehmen sollten mehr Kooperationen wagen und sich an interessanten Start-ups beteiligen.

Eine weitere Kernaussage der Studie: Eine Mehrzahl der Unternehmen stuft die Komplexität der Regulierung in Deutschland höher ein als in anderen Nationen. Vor allem aufwendige Zulassungs- und Genehmigungsverfahren für Chemieprodukte und die damit verbundenen Kosten überfordern den Mittelstand.

Im Detail zeigt die Studie, dass Zulassungs- und Genehmigungsverfahren für mehr als die Hälfte der Unternehmen mit starken oder mittelstarken Innovationshemmnissen verbunden sind. Regulatorische Hürden belasten dabei vor allem Pharma- und Pflanzenschutzunternehmen. Auch die europäische Chemikalienverordnung Reach erschwert Innovationen: Knapp die Hälfte der Firmen erlebt Beeinträchtigungen durch die Kosten und den personellen Aufwand, die mit Reach verbunden sind.

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