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Chemieproduktion von Morgen

Warum und wie Nachhaltigkeit die Zukunft der Chemieindustrie sichern soll

| Autor: Wolfgang Ernhofer

Trend zu KWK, GuD und Up-Cycling

Bei der Bereitstellung der Energie setzen viele Chemieunternehmen auf effiziente Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen (KWK), Wärmeintegration und moderne Gas- und Dampfkraftwerke (GuD). Bis 2019 plant Ineos in Köln eine solche hocheffiziente GuD-Anlage zu bauen. Sie soll über einen Wirkungsgrad von mehr als 90 % verfügen und einen bestehenden Dampfkessel ersetzen.

Wenn es um Energieeinsparungen geht, ist jedes der großen Chemieunternehmen aktiv. Aus wirtschaftlichen Gründen lassen sich Branchengrößen, aber auch viele kleinere und mittlere Produzenten zertifizieren. Durch Energiemanagementsysteme sollen Einsparpotenziale sichtbar und möglich gemacht werden.

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Kommentar: Die Chemieindustrie muss sich nachhaltig weiterentwickeln

Bayer nennt sein System „Structese“ und vermarktet es unter Lizenz an andere Firmen. Merck errichtete Energiezentralen, die Anlagen zur Kälte- und Drucklufterzeugung, Eisspeicher sowie KWK-Anlagen umfassen. Clariant steuert die Aktivitäten mit dem Effizienzprogramm Ewatch. Auch Standortbetreiber wie Infraserv, Infra Leuna und Currenta arbeiten mit Hochdruck an eigenen Lösungen. Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsinitiative erstellt Evonik seit 2009 lebenszyklusbasierte Analysen für Produkte, Prozesse oder ganze Standorte und wertet dabei die Ökobilanz aus.

Neben Recycling-Konzepten verfolgen einige Pioniere auch den Up-Cycling-Ansatz, etwa die 3M-Tochter Dyneon. Seit 2015 läuft im Bayerischen Burgkirchen eine Pilotanlage, die jährlich 500 t perfluorierte Polymere mittels Pyrolyse zersetzen kann. Anschließend werden die gasförmigen Monomere aufgereinigt und der Produktion zur Herstellung neuer Materialien zugeführt. Dadurch werden Ressourcen und Energie gespart und es ent­stehen neue Kunststoffe aus End-of-Life-Produkten.

Auffangbecken für KMUs

Nicht zu vergessen sind die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, für die Chemie³ ein Auffangbecken ist. Die Initiative verweist darauf, „dass einige Unternehmen bereits erhebliche Anstrengungen unternommen haben, um den ökologischen Fußabdruck ihrer Produktion möglichst klein zu halten, den Wert für das Unternehmen und für die Gesellschaft zu erhöhen sowie ihr Handeln nach außen transparent und glaubwürdig zu vermitteln“.

Chemie³-Chefin Ludwig weiß diese Bemühungen zu schätzen, fordert aber noch mehr: „Das ist gut. Aber wir brauchen eine Bewegung der gesamten Branche und in allen Unternehmensbereichen“. Dabei gehen Zukunftssicherung der Branche und neue Herangehensweisen Hand in Hand. Als Hilfe für Produzenten, die den Vorreitern der Branche noch etwas hinterherhinken, stellt Chemie³ einen Nachhaltigkeits-Check und Leitlinien mit Praxis-Beispielen zur Verfügung. Zusätzlich richtet die Initiative Fachveranstaltungen zu Themen wie Nachhaltigkeits-Berichterstattung oder Nachhaltigkeit im Innovationsprozess aus. Ludwig zeigt sich jedenfalls überzeugt: „An Nachhaltigkeit kommen erfolgreiche Unternehmen heute nicht mehr vorbei“.

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