Sicherheit

Warum sich der Blick über den Tellerrand im Ex-Bereich lohnt

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Abhängig von der angestrebten Gerätekategorie (1 oder 2) muss beim Konformitätsbewertungsverfahren elektrischer Geräte zudem eine benannte Stelle involviert werden. Ausgangspunkt ist eine sorgfältige sicherheitstechnische Beurteilung durch den Hersteller, bei der ein Blick über den Tellerrand, in den Anwendungsbereich, hilfreich und notwendig ist. Für die sicherheitsgerechte Auswahl und Installation explosionsgeschützter Geräte und Systeme müssen die relevanten Ex-Parameter wie Zonen, Ex-Kennzahlen und Umgebungsbedingungen bekannt sein und fachgerecht umgesetzt werden. Ein hilfreicher Ratgeber ist die Installationsnorm EN 60079-14.

Sichere und anwenderfreundliche Steuerungen und Motoren

Die Kombination der Zündschutzarten „Erhöhte Sicherheit (Ex e)“ und „Druckfeste Kapselung (Ex d)“ ermöglichen eine Vielzahl elektrotechnischer Lösungen für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen und bilden sehr oft die Basis für komplexe Ex-Anwendungen. Steuerungen mit einem hohen Bedienkomfort können beispielsweise auf Basis modularer Ex de-Bausteine einfach generiert werden.

Sind Standard-Industrie-Komponenten ohne Ex- Zulassung notwendig, ist der Einbau in ein Standardgehäuse der Zündschutzart „Druckfeste Kapselung (Ex d)“ erforderlich. Die Grenzwerte für die Verlustleistung bzw. die Temperaturklasse der Geräte müssen entsprechend der Zertifizierung eingehalten werden. Änderungen und Ergänzungen, z.B. der Einbau zusätzlicher Bausteine, Klemmen oder Kabeleinführungen, können nur in Abstimmung mit dem Hersteller erfolgen.

Druckfeste Elektromotoren in der Kombination mit einem Ex e-Anschlusskasten können, im Gegensatz zu reinen Ex e-Motoren, ohne technische Hürden mit einem Frequenzumrichter betrieben werden. Der Planer und Errichter kann die Bedingungen für die Temperaturüberwachung eigenständig umsetzen. Der Zusammenbau mit Pumpen ist einfach möglich. Für die Instandsetzung eines Ex d-Gehäuses oder Motors benötigt der Anwender oder die Reparaturwerkstatt allerdings detaillierte gerätetechnische Angaben vom Hersteller, z.B. Spaltabmessungen des Ex d-Motorghäuses, um die Reparatur fachgerecht durchzuführen und den bescheinigten Explosionsschutz zu erhalten.

Projektierung und Installation bestimmen die Sicherheit von Systemen

Insbesondere bei elektrischen Begleitheizungssystemen für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen werden die festgelegten Ex-Parameter entscheidend durch die Systemkonfiguration bestimmt. Vor allem die Begrenzung der maximalen Oberflächentemperatur (Temperaturklasse) ergibt sich durch die Auslegung und die ordnungsgemäße Installation des Systems. Die Bedingungen hierfür sind je nach Bauart des Systems Bestandteil der Systemzulassung und in der Betriebsanleitung des Herstellers eindeutig beschrieben.

Zur Temperaturbegrenzung kann für die stabilisierende Bauart entweder die Gerätezertifzierung mit selbstbegrenzenden Heizbändern oder die Systemzertifizierung mit festgelegten Systemparametern angewendet werden. In kontrollierter Bauart erfordern die Systeme zur Überwachung der Temperaturklasse eine Sicherheitseinrichtung aus einem Temperaturbegrenzer und -sensor. Ausschlaggebend für die Sicherheit sind die fachgerechte Festlegung des Hot-spots und die ordnungsmäße Positionierung des Temperatursensors entsprechend der Betriebsanleitung.

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