Gert Moelgaard analysiert für Sie die Trends in der Pharmaproduktion Warum kleine Mengen,große Flexibilität erfordern

Autor / Redakteur: Gert Moelgaard / Anke Geipel-Kern

Zurzeit sind die größten pharmazeutischen Produkte Spezialpharmazeutika – nicht die „größten“ hinsichtlich der Menge, aber des Wertes–Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf die pharmazeutische Produktion. Besonders die Flexibilität der Betriebe wird künftig gefordert werden.

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Viele der pharmazeutischen Produktionsanlagen erfüllen nicht die aktuellen Flexibilitätsanforderungen.“ Gert Moelgaard
Viele der pharmazeutischen Produktionsanlagen erfüllen nicht die aktuellen Flexibilitätsanforderungen.“ Gert Moelgaard
(Bild: NNE Pharmaplan)

Spezialpharmazeutika stellen eine neue Herausforderung für die pharmazeutische Produktion dar, da sich immer stärker herauskristallisiert, wie wichtig es ist, sich auf die Krankheitsgebiete und nicht nur auf die Produktsegmente zu konzentrieren.

Diese Entwicklung machen momentan fast alle großen Pharmaunternehmen durch – viele der kleinen und mittelgroßen pharmazeutischen Hersteller gehen diesen Weg bereits seit einigen Jahren. Der Wechsel zu Spezialpharmazeutika, die in kleineren Mengen erzeugt werden, bedingt eine engere Zusammenarbeit der Pharmaunternehmen mit den Patienten.

Medikamente werden so personalisiert, dass sie den Patienten auf bestmöglichem Weg helfen – woraus höhere Anforderungen an die Produktionsflexibilität resultieren. Weiterhin ist in den nächsten Jahren damit zu rechnen, dass der Mengenbedarf pro Arzneimittel weiter sinken wird.

Was zur Folge hat, dass die Flexibilitätsanforderungen auch in der Zukunft bestehen bleiben, nicht nur bei der Herstellung des Wirkstoffes und des Arzneimittels, sondern auch bei Dosiersystemen, Kombinationsprodukten – um nur einige Beispiele zu nennen.

Viele der pharmazeutischen Produktionsanlagen erfüllen nicht die aktuellen Flexibilitätsanforderungen. Aber es ist auch nicht immer sinnvoll, bestehende Anlagen umzubauen, da einige der neuen Technologien viel günstiger sind, als die bestehenden.

Zu erwarten ist auch, dass die Technologie in der Zukunft noch flexibler werden wird. Eine neue Generation pharmazeutischer Produktionstechnologie, die diese Flexibilität unterstützt, wird in den nächsten Jahren auf den Markt kommen, wie z.B. die Single-Use-Technologie im Biotechbereich.

Auf diesem Gebiet haben sich in den vergangenen zehn Jahren einige sehr flexible Lösungen entwickelt, die für Up- und Downstream-Wirkstoffherstellung angepasst werden können, aber auch an andere Produktionsprozesse, wie z.B. aseptische Verarbeitung.

Edelstahl-Lösungen haben immer noch eine Zukunft, aber die neue Pharmarealität fordert sorgfältige Entscheidungen, wo diese eingesetzt werden sollen. Die richtige Balance zu finden, ist eine Herausforderung, aber notwendig, um die geforderte Flexibilität für die „Facilities of the Future“ sicherzustellen.

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